Jamal-Halbinsel Seltsame Krater tun sich in Sibirien auf

Ein Expeditionsmitglied steht am Rande eines neu gebildeten Kraters auf der Jamal-Halbinsel in Sibirien

  • Sieben größere Löcher beschäftigen Wissenschaftler in Sibirien. Die Krater haben sich spontan gebildet, ein Meteoriteneinschlag wird als Erklärung ausgeschlossen.
  • In einem der Krater hat sich mittlerweile ein See gebildet.
  • Vermutlich ist im Permafrost ein Gas gespeichert, das beim Tauen entweicht.
Von Marlene Weiß

In Sibirien tauchen immer mehr mysteriöse Krater auf. Laut Siberian Times verzeichnet der russische Forscher Wassili Bogolavjenski, Vizechef des Öl- und Gas-Instituts (IPNG) der russischen Akademie der Wissenschaften, nun insgesamt sieben größere Löcher: Vier seien mit Satellitenbildern bestätigt worden, drei weitere hätten Rentier-Hirten entdeckt.

Ein Krater habe sich inzwischen mit Wasser gefüllt, der neue See sei von mehr als 20 kleinen Löchern mit wenigen Metern Durchmesser umgeben. Der erste Krater war im Sommer 2014 von Helikopter-Piloten entdeckt worden, bald fanden sich zwei weitere. Plötzlich klaffte in der Permafrost-Tundra auf der Halbinsel Jamal, wo vorher nichts Besonderes aufgefallen war, ein Loch mit fast senkrechten Seitenwänden und 30 Metern Durchmesser - ähnlich wie ein Meteoritenkrater, nur ohne Einschlag.

Zwar berichteten manche Bewohner nahe gelegener Siedlungen von Lichtblitzen oder leichten Beben, aber Beweise dafür fehlen bislang. Sensoren, die Erschütterungen registriert hätten, gibt es in der Region nicht; erst jetzt sollen solche Geräte installiert werden. Nachdem am Boden eines Kraters Methan festgestellt wurde, gilt ein im Permafrost gespeichertes Methan-Eis-Gemisch als wahrscheinlichste Erklärung für die Krater.

Taut der Boden auf, wird das Gas frei und erzeugt hohen Druck, der schließlich den Boden aufsprengt. Demnach wären künftig wohl noch weitere Krater zu erwarten.