IPCC-Bericht Weltklimarat warnt vor Dürre, Hitze und Überflutung

Der Weltklimarat warnt vor Dürre: Ein Junge vom Stamm der Turkana in Kenia steht in einem ausgetrockneten Flussbett.

(Foto: Getty Images)

Der Bericht des Weltklimarats bestätigt die schlimmsten Befürchtungen: Wenn der CO₂-Ausstoß weiter so ansteigt, drohen den Menschen noch in diesem Jahrhundert Dürren, Überflutungen und Kriege um die schwindenden Ressourcen. Auch für Europa sieht es schlecht aus.

Überflutungen, Dürren, Hungerkriege: Der zweite Teil des Weltklimaberichtes malt ein düsteres Bild der Zukunft der Erde. In einer Kurzfassung des Berichts, der erst am Montag vorgestellt werden soll, sprechen Wissenschaftler des Weltklimarates (IPCC) von einem beachtlichen Risiko für Überflutungen. Hunderte Millionen Küstenbewohner könnten deshalb noch in diesem Jahrhundert ihre Heimat verlieren. Dürren würden die Frischwasserreserven austrocknen - und der Wettkampf um schwindende Ressourcen letztlich Kriege auslösen. In Europa wie auf anderen Kontinenten wird es immer öfter Hitzewellen geben. Immer mehr Arten könnten aussterben.

Der 1988 gegründete IPCC hat bislang vier umfassende Berichte herausgegeben, die die Folgen des Klimawandels aufzeigen sollen. Am aktuellen fünften Report sind insgesamt mehr als 830 ehrenamtlich arbeitende Hauptautoren beteiligt. Mit den Vertretern der inzwischen fast 200 Mitgliedsländer einigten sich die Wissenschaftler nun nach langem Ringen in Yokohama auf den nun vorliegenden zweiten Teil.

Teil eins, der im September 2013 veröffentlicht worden war, beschäftigte sich mit den Ursachen des Klimawandels (Eine Zusammenfassung der Ergebnisse von Teil eins lesen Sie hier).

In der Studie wird deutlich, dass nicht nur die armen Regionen der Welt vom Klimawandel betroffen sind. Auch auf Europa kommen immense Herausforderungen zu: Ein steigender Meeresspiegel gefährdet Küstenregionen, das Risiko für Hochwasser und Bodenerosion steigt. Südeuropa wird mit Wasserknappheit zu kämpfen haben.

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Aus Sicht der Experten ist es noch nicht zu spät zum Umsteuern: Wenn der Mensch den CO₂-Ausstoß rasch und umfassend reduziere, könnten viele der schlimmsten Szenarien noch abgewendet werden. Die Verantwortung des Menschen für die Erderwärmung sei klarer als je zuvor.

In Teil drei des Berichtes, der Mitte April in Berlin veröffentlicht werden soll, geht es um die möglichen Lösungen. Der letzte IPCC-Sachstandbericht war 2007 in Paris veröffentlicht worden und hatte weltweit das Bewusstsein für die Gefahr durch den Klimawandel geschärft. Ein globales Klimaabkommen ist seitdem aber noch immer nicht zustande gekommen.