Gefahr für die Artenvielfalt Tödliche Hauskätzchen

Hauskatzen töten in den USA Milliarden Vögel und Kleinsäuger.

(Foto: wor)

Hauskatzen töten in den USA jährlich bis zu 24,4 Milliarden Vögel und Kleinsäuger. Damit sind die Tiere eine größere Gefahr für die Artenvielfalt als landwirtschaftliche Pestizide oder die Zerstörung der natürlichen Lebensräume durch den Menschen.

Von Katrin Blawat

Ein Ratespiel: Gesucht ist ein Raubtier, das seit einigen Tausend Jahren in der Obhut des Menschen lebt, sich mit seiner Hilfe weltweit ausgebreitet hat und nun zu den 100 schlimmsten invasiven Arten zählt.

Es hat zur Ausrottung von 33 Spezies - meist auf Inseln - zumindest beigetragen. Und jedes Jahr fallen ihm allein in den USA bis zu 24,4 Milliarden Vögel und kleine Säuger zum Opfer.

Dieses Tier heißt: Hauskatze. Deren Einfluss auf die Vogel- und Säugetierwelt in den USA haben Biologen um Scott Loss vom Smithsonian Conservation Biology Institute in Washington untersucht.

Wie die Autoren im Fachmagazin Nature Communications (online) schreiben, töten die schätzungsweise 84 Millionen Hauskatzen in den USA jedes Jahr bis zu 3,7 Milliarden Vögel und 20,7 Milliarden Mäuse und andere kleine Säugetiere.

Damit sei Felis catus, so der wissenschaftliche Name, eine größere Gefahr für die Artenvielfalt als landwirtschaftliche Pestizide oder die Zerstörung der natürlichen Lebensräume durch den Menschen, schreiben die Autoren.

Zu dieser Schlussfolgerung sind sie gekommen, indem sie frühere Studien ausgewertet haben. Allerdings lassen ihre Ergebnisse viel Raum für Interpretation. So können Katzenfreunde ebenso gut auf die deutlich niedrigeren Zahlen verweisen, die den Schätzungen der Forscher zufolge ebenfalls plausibel sind.

Möglicherweise erbeuten Hauskatzen nämlich statt der mehr als 24 gut acht Milliarden Tiere jährlich. Doch auch diese Zahl ließe sich noch senken, so der Tipp der Forscher, wenn Katzen draußen ein Halsband mit Glöckchen tragen und ihre Beute damit warnen würden.