Frauen könnten mit ihrer immensen Wirtschaftskraft locker die Welt retten. Zu dumm, dass sie von männlichen Managern konsequent ignoriert werden.
Irgendwann zu Beginn des Jahrtausends wollte Siemens etwas Neues machen. Man wollte auch mal so trendy sein wie der damalige Handy-Weltmarktführer Nokia. Also bauten die Ingenieure Mobiltelefone zum Umhängen oder mit eingebautem Schminkspiegel. "Die ultimativen Highlights aus Beauty und Mode" sollten diese Xelibri-Handys "miteinander verschmelzen", hieß es in der Pressemitteilung.
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Flop-Gerät: Xelibri-Handy mit Schminkspiegel (© Foto: dpa)
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Sie taten es nicht. Die Xelibri-Geräte landeten bald auf Grabbeltischen, die Siemens-Ingenieure schraubten wieder an ihren beige-schwarzen Telefonknochen mit illustren Namen wie S4 und Siemens hatte einen handfesten Flop gelandet.
Xelibri ist nur einer von vielen gescheiterten Versuchen, eine Kundengruppe anzusprechen, die zugleich die mächtigste, die anspruchsvollste, die am meisten missverstandene und die am meisten unterschätzte ist: Frauen.
Die Macht der Frauen
Mit Einkünften in Höhe von 13 Billionen Dollar (2009) und einer erwarteten Steigerung auf 18 Billionen Dollar bis 2014 stehen Frauen der Weltbank zufolge für einen mehr als doppelt so großen Wachstumsmarkt wie die Boomländer China und Indien zusammengenommen. Doch das eigene Einkommen ist nur ein Teil der Wahrheit. Frauen kontrollieren durchschnittlich etwa 70 Prozent des verfügbaren Welteinkommens - als Tochter, Familien-Chefin, Geschiedene oder Witwe. Zu diesem Ergebnis kommen Martin Silverstein und Kate Sayre von der Boston Consulting Group (BCG) in ihrer als Buch veröffentlichten Studie "Women want more". Damit läge die finanzielle Macht der Frauen weltweit bei 20 Billionen Dollar für 2009 und 28 Billionen Dollar für 2014.
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Man kann es fast schon als mathematisches Gesetz formulieren, das Frauen die Perspektive der Weltwirtschaft sichern können. Hierzu müsste man die Frauen-Erwerbsquote einfach nur auf Männerniveau hieven. Das entstehende Einkommen/ die entstehenden Ideen würden Wachstum für Jahrzehnte sichern.
Mit Herdprämie und Ehegattensplitting dürfte dies aber schwieriger sein............
Wie im Artikel erwaehnt, schmeissen Frauen neben ihrem Beruf (aus unerfindlichen Gruenden) immer noch groesstenteils alleine (fast) den ganzen Haushalt. Oftmals existiert keine Kinderbetreuung oder sie ist zu teuer. Ich denke das sind die Hauptgruende, warum Frauen noch nicht gleichberechtigt sind. Solange die Gesellschaft nicht umdenkt und auch Vaeter/Maenner in "Mutter/Frauen-Rollen" akzeptiert, wird sich da wohl auch so schnell nix aendern. Dies zementiert die ungleiche Ausgangssituation fuer Frauen in Ausbildung und Beruf, weshalb Quoten solange noetig sind, bis dies endlich, endlich nicht mehr der Fall ist.
zur Zeit ist wohl wieder Frauenlobwelttag bei der SZ....
Gähn na ja dann kann ich ja wider beruhigt meine lieben Kolleginnen beim zicken und streiten zuschauen.
Aber wahrscheinlich verbessern sie nur die Welt und ich dummer Mann bekomme es wieder nicht mit!
"Zu dumm, dass sie von männlichen Managern konsequent ignoriert werden."
Das wäre es, wenn es wirklich den Tatsachen entspräche... Frauen setzen andere Prioritäten und verhandeln anders, das stimmt. Ich arbeite am liebsten mit gemischten Teams, schon allein wegen der Atmosphäre.
Notorische Querulanten, egal welchen Geschlechts, werden bei mir hingegen nicht alt.
Daß Frauen als Konsumentinnen verleichsweise schnell aufholen, ist doch klar, wenn sie bislang weniger Geld zur Verfügung hatten. Das kann man mit der Entwicklung der Frauenbestzeiten, -weiten etc. im Sport vergleichen: es gibt eben bestimmte Grenzen, die nur noch schwer übertroffen werden können; männliche Sportler haben diese häuig schon erreicht, weil sie aus gesellschaftlich-kulturellen Gründen schon länger Leistungssport treiben dürften. Ergo ist deren Rekordentwicklung langsamer geworden (zumindest ungedopt).
Die Statistiken über Firmen mit weiblichen Führungskräften, die angeblich so phänomenal mehr Gewinn und Umsatz erwirtschaften, zweifle ich an - da möchte ich erstmal einen internen Branchenvergleich sehen. In manchen Branchen ist das auch so, daß hohe Wachstumsraten passé sind, in manchen eben noch nicht (z.B. Werbung), evtl. tummeln sich Frauen eben hier eher als anderswo (z.B. IT). Mit Statistiken kann man alles und auch dessen Gegenteil beweisen, das ist ja bekannt.
Quoten sind völlig sinnlos, wenn sie potentiell fähigere Mitarbeiter ausschließen. Ich rede nicht nur von Frauen-, sondern auch von Regional-, Minderheiten- oder irgendwelchen anderen Quoten. Zur "affirmative action"-Quote in den USA z.B. gibt es längst vernichtende Studien und auch Stimmen von erfolgreichen Schwarzen, die für deren Abschaffung plädieren.
Seltsam, daß in Deutschland niemand eine Quote für Über-50jährige fordert, die seit langem reihenweise aus den Unternehmen fliegen, weil sie zu anpassungsunwillig seien. Damit wird enormes Fachwissen verschenkt. Aber Achtung: Bei unserer demographischen Entwicklung sind sie bald eine riesige Wählermacht!
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