Volker Hoff Opel - der Affären-Mann der CDU hat einen Auftrag

Seine einstige Firma war in den Skandal um den verurteilten Media-Chef Ruzicka verstrickt. Nun soll CDU-Politiker Volker Hoff Cheflobbyist von Opel werden.

Von Franz Baden

Der Job ist alles andere als einfach. Es geht immerhin um Opel, um den Rüsselsheimer Autobauer, der nicht aus den Fängen von General Motors in Detroit durfte. Der Tausende Jobs abbaut - und Staatsunterstützung will. Hier soll ein Cheflobbyist ran.

Aber warum - um Gottes Willen - ist dafür offenbar Volker Hoff der Richtige?

Jener hessische CDU-Politiker, der mal Staatsminister für Bundesangelegenheiten war und dann von einer ausgewachsenen Affäre rund um den Mediagentur-Chef Aleksander Ruzicka geplagt wurde? 2009 nahm ihn Ministerpräsident Roland Koch nicht mehr in sein Kabinett. Seitdem ist Hoff, 52, vor allem als Landtagsabgeordneter für die Christdemokraten aktiv. Den Sitz hat er seit 1991 inne.

Er würde gerne "beides weitermachen", sagt der CDU-Mann der Frankfurter Rundschau - er will also zugleich Parlamentarier im öffentlichen Interesse und Lobbyist im speziellen Auftrag Opels sein. Das sei "eine Frage des zeitlichen Aufwands", so Hoff: Sollte im Landtag über Opel-Themen abgestimmt werden, "dann würde ich so einer Abstimmung fernbleiben oder mein Mandat niederlegen". Die Frankfurter Allgemeine berichtet in ihrer Regionalausgabe sogar, Hoff solle am 1. Februar als Vorstand bei Opel beginnen.

Beseelt von der neuen Chance

Wie auch immer: Der Volks- und Betriebswirt ist geradezu beseelt von seiner neuen Chance. Als er im Prozess gegen Media-Chef Ruzicka, den Deutschland-Verantwortlichen des Konzerns Aegis-Carat, im Zeugenstand aussagte, hatte er dagegen nervös und total verunsichert gewirkt.

Er sollte erzählen, wie es dazu kam, dass der umtriebige Ruzicka Fernseh-Freispots an die Wiesbadener Firma Zoffel Hoff Partner (ZHP) gab, an der Politiker Hoff bis 2006 beteiligt war. Von ZHP bekam Ruzicka Gutschriften, und der Betrieb des CDU-Manns wiederum verkaufte offenbar die Werbeplätze im deutschen Werbefernsehen weiter. Rund zehn Millionen Euro sollen so de facto gewaschen worden sein.

7,5 Millionen Euro will sich Aegis-Carat nun in einem Zivilprozess von der ZHP-Nachfolgerfirma Wunschkind zurückholen. Das Verfahren beginnt an diesem Freitag im Wiesbadener Landgericht. Der CDU-Abgeordnete Hoff hat damit heute nichts mehr zu tun - und doch dürften Vorgänge aus einer Zeit thematisiert werden, in der er für Finanzen und Kaufmännisches zuständig war. Er könne sich nicht erinnern, sagte Hoff im Ruzicka-Prozess des Öfteren. Auch den langjährigen CDU-Chef Helmut Kohl hatten ja bekanntlich bei unangenehmen Themen wie Parteispenden schon mal Erinnerungsschwächen geplagt.

Ex-Minister Hoff war nur Zeuge in jenem aufsehenerregenden Prozess, der Staatsanwalt ermittelte nie gegen ihn. Sein ehemaliger Geschäftspartner Ruzicka aber wurde wegen Untreue zu elf Jahren Haft verurteilt.

Natürlich wissen Eingeweihte, dass mit der Best of AG eine weitere Hoff'sche Firma eine Rolle im Ruzicka-Verbund spielte. Die Frankfurter Rundschau schildert, dass in Mühlheim am Main, im Haus der Mutter des CDU-Politikers, inzwischen die Omega Networking AG sitze, die sich offensichtlich mit Immobilien abgibt. Er habe in seinem Elternhaus ein Büro, sagt Volker Hoff.

"Den Gesprächsfaden aufbauen"

An den lukrativen Opel-Job sei er über Headhunter gekommen, erzählt der hessische Affären-Mann noch. Seine Mission beschreibt er selbstbewusst: "Ich will den Gesprächsfaden der Firma Opel zu den Regierungen aufbauen." Der Rüsselsheimer Autobauer will zu Personalspekulationen nichts sagen.

Der hessische Regierungssprecher Dirk Metz wiederum erklärt, Volker Hoff sei als Opel-Beauftragter eine gute Besetzung - ein erfahrener Landespolitiker in dieser Rolle wäre für Hessen gut. Wichtiger aber ist, wie die anderen Regierungen in Deutschland die heikle Personalie sehen.

Nervenkrieg mit bitterem Ende

mehr...