Seine einstige Firma war in den Skandal um den verurteilten Media-Chef Ruzicka verstrickt. Nun soll CDU-Politiker Volker Hoff Cheflobbyist von Opel werden.
Der Job ist alles andere als einfach. Es geht immerhin um Opel, um den Rüsselsheimer Autobauer, der nicht aus den Fängen von General Motors in Detroit durfte. Der Tausende Jobs abbaut - und Staatsunterstützung will. Hier soll ein Cheflobbyist ran.
"Eine Frage des zeitlichen Aufwands": Volker Hoff zieht es zu Opel. (© Foto: ddp)
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Aber warum - um Gottes Willen - ist dafür offenbar Volker Hoff der Richtige?
Jener hessische CDU-Politiker, der mal Staatsminister für Bundesangelegenheiten war und dann von einer ausgewachsenen Affäre rund um den Mediagentur-Chef Aleksander Ruzicka geplagt wurde? 2009 nahm ihn Ministerpräsident Roland Koch nicht mehr in sein Kabinett. Seitdem ist Hoff, 52, vor allem als Landtagsabgeordneter für die Christdemokraten aktiv. Den Sitz hat er seit 1991 inne.
Er würde gerne "beides weitermachen", sagt der CDU-Mann der Frankfurter Rundschau - er will also zugleich Parlamentarier im öffentlichen Interesse und Lobbyist im speziellen Auftrag Opels sein. Das sei "eine Frage des zeitlichen Aufwands", so Hoff: Sollte im Landtag über Opel-Themen abgestimmt werden, "dann würde ich so einer Abstimmung fernbleiben oder mein Mandat niederlegen". Die Frankfurter Allgemeine berichtet in ihrer Regionalausgabe sogar, Hoff solle am 1. Februar als Vorstand bei Opel beginnen.
Beseelt von der neuen Chance
Wie auch immer: Der Volks- und Betriebswirt ist geradezu beseelt von seiner neuen Chance. Als er im Prozess gegen Media-Chef Ruzicka, den Deutschland-Verantwortlichen des Konzerns Aegis-Carat, im Zeugenstand aussagte, hatte er dagegen nervös und total verunsichert gewirkt.
Er sollte erzählen, wie es dazu kam, dass der umtriebige Ruzicka Fernseh-Freispots an die Wiesbadener Firma Zoffel Hoff Partner (ZHP) gab, an der Politiker Hoff bis 2006 beteiligt war. Von ZHP bekam Ruzicka Gutschriften, und der Betrieb des CDU-Manns wiederum verkaufte offenbar die Werbeplätze im deutschen Werbefernsehen weiter. Rund zehn Millionen Euro sollen so de facto gewaschen worden sein.
7,5 Millionen Euro will sich Aegis-Carat nun in einem Zivilprozess von der ZHP-Nachfolgerfirma Wunschkind zurückholen. Das Verfahren beginnt an diesem Freitag im Wiesbadener Landgericht. Der CDU-Abgeordnete Hoff hat damit heute nichts mehr zu tun - und doch dürften Vorgänge aus einer Zeit thematisiert werden, in der er für Finanzen und Kaufmännisches zuständig war. Er könne sich nicht erinnern, sagte Hoff im Ruzicka-Prozess des Öfteren. Auch den langjährigen CDU-Chef Helmut Kohl hatten ja bekanntlich bei unangenehmen Themen wie Parteispenden schon mal Erinnerungsschwächen geplagt.
Ex-Minister Hoff war nur Zeuge in jenem aufsehenerregenden Prozess, der Staatsanwalt ermittelte nie gegen ihn. Sein ehemaliger Geschäftspartner Ruzicka aber wurde wegen Untreue zu elf Jahren Haft verurteilt.
Natürlich wissen Eingeweihte, dass mit der Best of AG eine weitere Hoff'sche Firma eine Rolle im Ruzicka-Verbund spielte. Die Frankfurter Rundschau schildert, dass in Mühlheim am Main, im Haus der Mutter des CDU-Politikers, inzwischen die Omega Networking AG sitze, die sich offensichtlich mit Immobilien abgibt. Er habe in seinem Elternhaus ein Büro, sagt Volker Hoff.
"Den Gesprächsfaden aufbauen"
An den lukrativen Opel-Job sei er über Headhunter gekommen, erzählt der hessische Affären-Mann noch. Seine Mission beschreibt er selbstbewusst: "Ich will den Gesprächsfaden der Firma Opel zu den Regierungen aufbauen." Der Rüsselsheimer Autobauer will zu Personalspekulationen nichts sagen.
Der hessische Regierungssprecher Dirk Metz wiederum erklärt, Volker Hoff sei als Opel-Beauftragter eine gute Besetzung - ein erfahrener Landespolitiker in dieser Rolle wäre für Hessen gut. Wichtiger aber ist, wie die anderen Regierungen in Deutschland die heikle Personalie sehen.
(sueddeutsche.de/mel)
Gysi gegen Lafontaine
Es wird immer besser, es ist keine Bananenrepublik aber eine Klüngelrepublik
Dubiose Lobbyisten organisieren für viel Geld und wenig Arbeit die Geschäfte.
Die Methoden sind mehr als fragwürdig....
...da entstand schon mal ein Geschäft im Rotlicht-Milleu ...
....wie im Film - aber Realität!
Man erinnere sich, dass es in der Hessen CDU einen ganzen Sumpf maßgeblicher Politiker gab und gibt, die es mit der Wahrheit und der gewissen(!)haften Trennung von Legislative und privaten, wirtschlichen oder rein parteitaktischen Kapitalinteressen nicht so genau nehmen, wie z.B.:
Ex-Vorsitzender und Minister Kanther, großer Law-And-Order-Kämpe, wollte Law-And-Order für sich und die Partei hartnäckig nicht akzeptieren, wurde dann aber doch rechtskräftig verurteilt wegen CDU-Parteispendenaffäre. Es wurde vermutet, dass mit ihr u.a. auch eine Vorteilsnahme (erheblicher Steuererlass) u.a. für den spendenden Konzern Ferrero verbunden war.
Kanthers CSU Schatzmeister Casimir zu Sayn-Wittgenstein.
Kanthers parteipolitischer Ziehsohn Koch, selbsternannter "brutalstmöglicher Aufklärer" in dieser Angelegenheit, wusste davon angeblich nichts, betätigte sich stattdesyen als brutalstmöglicher Verklärer, z.B. durch versuchte Rückdatierung von Spendeneinnahmen.
Franz-Josef Jung, Kampfgefährte Kochs und verantwortlicher Generalsekretär, gab stattdessen das Bauernopfer, versuchte später als Bundesverteidigungsminister hartnäckig zu vernebeln, was ihm über den Kundus-Schlag schon bekannt sein musste.
...
usw.
Der Sumpf scheint immer noch recht fruchtbar zu sein.
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"Ich bin mir da nicht ganz sicher, aber ist nicht die Partei sozusagen selber ein Virus, so etwas ist doch ein Parasit und kann nicht ohne Wirt leben, oder?"
Na ja, Viren haben auch so ihre Probleme damit, den Wirt ewiglich am Leben zu erhalten...
Paging