US-Vorwahlen Starinvestor Soros: Donald Trump erledigt die Arbeit des IS

Das Orakel von Davos: Milliardär George Soros

(Foto: Bloomberg)
  • Der Investor George Soros äußert sich beim Weltwirtschaftsforum zu den großen Themen der Weltpolitik.
  • Wirtschaftskrise in China, Griechenland, Flüchtlinge. Zu allem hat der Milliardär eine klare Meinung.
  • Die republikanischen US-Präsidentschaftsbewerber Ted Cruz und Donald Trump hält er sogar für gefährlich.
Von Bastian Brinkmann, Davos

130 Gäste saßen im Saal, darunter Finanzminister, Chefredakteure, Fans. George Soros lädt jedes Jahr auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos zum Abendessen und lässt sich interviewen. Soros ist 85 Jahre alt und ein bekannter Investor. Er hat an den Finanzmärkten Milliarden Dollar verdient, nun spendet er sein Vermögen, seine Stiftung engagiert sich für eine "offene Gesellschaft". Der Finanzsender Bloomberg überträgt live, was Soros der Wirtschaftselite von Davos zu berichten hat.

Die Flüchtlingskrise werfe die Europäische Union in eine schwere Krise. "Die EU zerfällt", diagnostiziert Soros. Nötig sei eine gemeinsame europäische Asylpolitik. Europa sei gerade wie "ein Kino ohne Notausgänge, in dem Feuer ausgebrochen ist". Es gebe eine echte Panik, und keine Abhilfe.

War da nicht noch eine Griechenland-Krise auf dem Kontinent? "Griechenland ist das eine Problem, für das wir keine Lösung haben", sagt Soros. Da müssten wir uns einfach durchwursteln, es gehe immer weiter.

Auch in Asien sieht Soros große Probleme. Ein krasser Wirtschaftseinbruch in China sei praktisch sicher, prognostiziert er. Der Finanzfachbegriff lautet "harte Landung" - und genau die sei für Chinas Wirtschaft unvermeidbar.

Breitseite gegen Trump und Cruz

Dann die Frage, die fast jeder Amerikaner in Davos gestellt bekommt, und bei der das Publikum immer lacht: Was ist mit Donald Trump? Soros lacht nicht. Im Dezember hatte der Unterstützer der Demokraten in einem Gastbeitrag im Guardian die republikanischen Umfragelieblinge Donald Trump und Ted Cruz mit Terroristen verglichen. Beide wollten, dass die Menschen verängstigt seien.

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Nun spitzt er seine Aussage noch zu. "Donald Trump erledigt die Arbeit des IS", sagt Soros. Das gelte auch für Cruz. Ihren einfachen Botschaften zu widerstehen, sei schwer. Menschen würden aus Angst schädliche Entscheidungen treffen. "Aber es muss doch falsch sein, das zu machen, wozu deine Feinde dich zwingen wollen", sagt Soros.

Was hilft jetzt gegen das ganze Chaos in der Welt, gegen die Krisen? Soros empfiehlt: sich einigeln. "Ich bin ein Igel", sagt er.