UN-Bericht 30 Millionen mehr Arbeitslose seit Finanzkrise

Düstere Bilanz der UN: Weltweit haben 30 Millionen Menschen in den vergangenen vier Jahren aufgrund der Krise ihren Job verloren. Weitere 40 Millionen haben die Suche nach Arbeit aufgegeben. Der Ausblick ist ebenfalls schmerzhaft.

Die Finanzkrise hat weltweit Millionen von Jobs vernichtet. Nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation ILO, die zur UN gehört, sind vier Jahre seit Beginn der Krise gut 30 Millionen Menschen mehr arbeitslos als davor. 40 Millionen Menschen hätten außerdem aufgegeben, nach einer neuen Arbeit zu suchen, sagt ILO-Chef Guy Ryder in seiner für Samstag geplanten Rede auf dem Jahrestreffen des Internationalen Währungsfonds (PDF).

Problematisch ist vor allem die hohe Jugendarbeitslosigkeit. Ein Drittel der insgesamt mehr als 200 Millionen Arbeitslosen weltweit sei unter 25 Jahre alt. Besonders dramatisch ist die Lage in den Krisenländern der Euro-Zone: In Spanien und Griechenland sind mehr als die Hälfte der jungen Menschen ohne Job.

Auch wer eine Arbeit habe, verdiene aber oft nicht genug, um seinen Lebensunterhalt damit zu bestreiten, kritisierte der ILO-Chef. 900 Millionen Beschäftigte verdienten weniger als nötig wäre, um sich und ihren Familien ein Leben oberhalb der Armutsgrenze zu ermöglichen.

Der Schaden durch die Sparmaßnahmen zur Bekämpfung der Finanzkrise sei tiefgreifender als angenommen, so Ryder. Er warnte vor einer Verschärfung der weltweiten Arbeitslosigkeit. Jedes Jahr strömten etwa 40 Millionen Menschen neu auf den Arbeitsmarkt. "Da sich das Wachstum verlangsamt, besteht ein hohes Risiko, dass die Weltwirtschaft in eine Phase dauerhafter Massenarbeitslosigkeit rutscht."

Die Schuldenkrise wird nach Schätzung der UN-Experten im kommenden Jahr sieben Millionen weitere Arbeitsplätze vernichten. Damit werde die Zahl der Menschen ohne Job auf weltweit 207 Millionen anwachsen, wenn die Wirtschaftsnationen nicht entschlossene Gegenmaßnahmen ergreifen. Bislang war die ILO von einem Verlust weiterer vier Millionen Jobs im Jahr 2013 ausgegangen.

Vor allem in den südlichen Euro-Ländern wird es nach Ansicht der ILO lange dauern, bis sich die Situation auf dem Jobmarkt verbessert. Auch 2015 werde die Arbeitslosenquote in Griechenland und Spanien noch über 20 Prozent liegen, prognostizierte die UN-Behörde Mitte September.