Streik beim Versandhändler Amazon lehnt Verhandlungen mit Verdi ab

Mitten im Weihnachtsgeschäft rief die Gewerkschaft Verdi Beschäftigte wie hier in Leipzig zum Streik auf. Die pünktliche Zustellung zum Fest ist laut Amazon-Chef aber nicht gefährdet.

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  • Amazon will trotz der Streiks so kurz vor Weihnachten nicht in Verhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi treten. Mitarbeiter der Verteilerzentren im hessischen Bad Hersfeld und in Leipzig hatten erneut die Arbeit niedergelegt.
  • Amazon-Deutschlandchef Ralf Kleber sagte, dass bestellte Ware trotzdem bis Weihnachten pünktlich geliefert wird.

Amazon will mit Verdi nicht verhandeln

Trotz neuer Streiks der Belegschaft lehnt der Versandhändler Amazon Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi ab. Es sei nicht daran zu denken, dass er verhandeln werde, sagte Amazon-Deutschlandchef Ralf Kleber der Bild-Zeitung. "Unsere Mitarbeiter würden sich mit einem Tarifvertrag gar nicht besser stellen." Nach seiner Darstellung liege die Bezahlung der etwa 10 000 festangestellten Beschäftigten "am oberen Ende dessen, was bei vergleichbaren Tätigkeiten bezahlt wird".

Mit dem Beginn der Nachtschicht in der Nacht zum Montag hatten etwa 500 Beschäftigte in den Verteilerzentren im hessischen Bad Hersfeld die Arbeit niedergelegt. Am Montagnachmittag traten auch in Leipzig Mitarbeiter in den Streik. Amazon bilanzierte, dass die Mehrheit der Beschäftigten gearbeitet habe.

Keine Probleme für das Weihnachtsgeschäft

Kleber versprach, dass trotz der Streiks die bestellte Ware bis Weihnachten zugestellt werde. "Wir liefern pünktlich", sagte er. Das gelte auch, wenn an mehreren Standorten gleichzeitig gestreikt werde. Beobachter rechnen bis Weihnachten mit weiteren Streikwellen der Gewerkschaft.

Die Gewerkschaft versucht seit mehr als einem Jahr, den Versandhändler zu Tarifgesprächen zu Bedingungen des Einzelhandels zu bewegen und ruft deshalb immer wieder zu Streiks auf. Amazon lehnt das strikt ab und sieht sich selbst als Logistikunternehmen.