"Star Wars"-Marketing Rebellen gegen den Marketing-Todesstern gibt es ohnehin kaum

Die Maschine läuft so geschmiert wie der Bau des Todessterns - im Gegensatz zum galaktischen Imperium machen sie bei Disney jedoch keine Fehler, die Rebellen durch einen geschickten Angriff zur Zerstörung des Gebildes nutzen könnten. Rebellen gibt es ohnehin kaum, ganz im Gegenteil: Es ist der erste Star-Wars-Film im Social-Media-Zeitalter, es gibt genug Getreue, die freiwillig helfen: Der Künstler Alexander Milos verwandelte die Lenin-Statue in Odessa in Darth Vader, die Mitglieder der 501st Legion verkleiden sich wie Star-Wars-Bösewichter und treten derzeit für gute Zwecke überall auf der Welt auf.

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Halloween war ein Schaulaufen der Figuren aus dem neuen Film: Der Schauspieler Neil Patrick Harris etwa ging als Obi-Wan Kenobi, sein Ehemann David Burtka als Han Solo und die Zwillingskinder Gideon und Harper als Luke und Leia Skywalker. Vier Outfits für die Kleinfamilie kosten insgesamt etwa 180 Dollar, es waren genügend solcher Familien zu sehen.

"Wir sind sehr, sehr vorsichtig, was wir wann veröffentlichen", sagte Geschäftsführer Robert Iger bereits im Mai: "Wir haben unsere Marketingstrategie sehr sorgfältig entwickelt." Sich bei Disney nach der Vermarktungsstrategie zu erkundigen ist ungefähr so ergiebig wie ein Anruf bei Apple mit der Bitte um Informationen zum neuen iPhone - es bleiben nur Igers Aussagen am Telefon anlässlich der Quartalszahlen: "Wir müssen sehr vorsichtig sein, dass die Nachfrage auf dem Markt nicht zu früh zu groß ist."

"Wir dürfen das nicht über-kommerzialisieren"

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Davor hat der Disney-Chef also Angst: Nicht, dass das Interesse an diesem Film zu gering sein könnte, sondern dass es bereits zu früh zu hoch ist. Schon 2013 hatte er gesagt: "Wir dürfen das nur ja nicht über-kommerzialisieren oder über-hypen. Es ist meine Aufgabe, genau das zu verhindern."

Natürlich könnte nicht einmal Darth Vader durch den Umbau von Pluto zum Todesstern und einem anschließenden Angriff auf die Erde verhindern, dass "Star Wars: The Force Awakens" einer der erfolgreichsten Filme der Geschichte werden wird, die Bemessung findet selbst für Blockbuster-Verhältnisse in weit, weit entfernten Galaxien statt: Ob der Film etwa bereits am ersten Wochenende weltweit die 500-Millionen-Dollar-Marke wird knacken können und wann eine Milliarde Dollar eingenommen sein wird. Die Frage ist nicht "ob", sondern "wann".

Experten prognostizieren, dass der Film weltweit 2,3 Milliarden Dollar einspielen wird, falls er auch in China gezeigt werden darf. Die Verantwortlichen hoffen dort auf einen Start am 2. Januar. Alle 34 Plätze für ausländische Filme sind in diesem Jahr schon vergeben. Die Aktion mit den Stormtroopern auf der Chinesischen Mauer war wichtige Werbung, schließlich soll das Werk in China etwa 550 Millionen Dollar erwirtschaften. Der allwissende Yoda würde dazu sagen: Gutes Geschäft es ist, so ein Sternenkrieg. Nicht nur wegen des Films, sondern vor allem wegen allem, was drumherum passiert.