Schuldenkrise IWF beharrt auf geringerer Schuldenlast für Griechenland

  • Der Internationale Währungsfonds will 1,6 Milliarden Euro für Griechenland bereitstellen.
  • Allerdings wird die Auszahlung erneut an Bedingungen geknüpft.
  • Die Beteiligung des IWF ist Voraussetzung für die deutschen Beiträge.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) will das überschuldete Griechenland mit weiteren 1,6 Milliarden Euro unterstützen - allerdings nur unter Bedingungen. Bereits vor dem Treffen war durchgesickert, dass der IWF seine Beteiligung an weiteren Finanzhilfen für Griechenland an eine Schuldenobergrenze knüpfen könnte.

Mit einer solchen Bedingung werden Griechenland und seine europäischen Geldgeber gezwungen, den Schuldenberg von derzeit 320 Milliarden Euro zunächst abzubauen, ehe das Land mit eigener Anleihenvergabe an die Kapitalmärkte zurückkehren kann. Griechenland hatte sich zuletzt 2014 frisches Geld am freien Markt besorgt. Der IWF lobte zuletzt wiederholt die Sparanstrengungen der Regierung in Athen. Die hohen Schulden und die damit verbundenen Zins- und Tilgungslasten drohten aber das griechische Wachstum abzuwürgen, argumentiert der Weltwährungsfonds.

Empfehlung "im Grundsatz"

Der Europäische Rettungsmechanismus ESM hatte bereits am 7. Juli grünes Licht für eine weitere Zahlung in Höhe von 7,7 Milliarden Euro gegeben. Der Großteil ist zur Tilgung fälliger Altschulden vorgesehen. Zuvor hatte auch der Haushaltsausschuss des Bundestages grünes Licht gegeben. Damit erhöht sich die Kreditsumme des ESM an Griechenland auf 180 Milliarden Euro.

IWF-Chefin Christine Lagarde hatte zuvor erklärt, sie werde dem Beschlussgremium eine Beteiligung an den Griechenland-Hilfen trotz Unklarheiten bei der Schuldentragfähigkeit "im Grundsatz" empfehlen. Die Beteiligung des IWF ist laut einem Bundestagsbeschluss Voraussetzung auch für deutsche Beiträge.

Der IWF kämpft seit längeren mit den europäischen Geldgebern um einen teilweisen Schuldenerlass für Griechenland. Es gilt als praktisch ausgeschlossen, dass Athen seine Schulden alleine abtragen kann.

USA hatten auf Zurückhaltung gedrungen

Ein Schuldenschnitt würde allerdings nicht Banken treffen, die fast keine griechischen Staatsanleihen mehr im Portfolio haben. Stattdessen müssten die staatlichen Gläubiger - Europäische Zentralbank, die Eurostaaten und de IWF - Kredite abschreiben. Deutschland lehnt Schuldenerleichterungen ab, weil dies das Land Schätzungen zufolge einen zweistelligen Milliardenbetrag kosten könnte.

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will die griechische Regierung zudem zu weiteren Kürzungen im Staatshaushalt bringen. Gespräche über einen Schuldenschnitt könnten frühestens 2018, also nach der Bundestagswahl, beginnen.

Die USA als größter Anteilseigner des IWF hatten den Fonds ebenfalls zur Zurückhaltung in der Griechenland-Frage gedrängt. Die US-Regierung sieht die Unterstützung des Landes aus internationalen Mitteln äußerst kritisch.