Internationaler Währungsfonds IWF verweigert Griechenland Zahlungsaufschub

  • IWF-Chefin Christine Lagarde erklärt, dass Griechenland nicht mit einer Stundung seiner Kreditrückzahlungen rechnen kann.
  • Es ist unklar, ob Griechenland anstehende Rückzahlungen von Krediten leisten kann. Die Regierung hofft auf weitere Hilfsgelder.
  • Voraussetzung für Hilfskredite ist die Bewertung der griechischen Reformmaßnahmen. Der IWF drängt Griechenland und seine Geldgeber dazu, diese Bewertung möglichst schnell abzuschließen.

IWF schließt Stundung der Rückzahlungen aus

IWF-Chefin Christine Lagarde hat Hoffnungen Griechenlands auf einen Aufschub von Kreditrückzahlungen an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückgewiesen. Sie machte in Washington deutlich, dass das Euro-Krisenland kaum mit einer solchen Entlastung für seine angespannte Finanzlage rechnen kann. "Wir haben noch nie den Fall gehabt, dass uns ein entwickeltes Land um einen Zahlungsaufschub gebeten hat", sagte sie. Eine Stundung der griechischen Kreditrückzahlungen sei nichts, was man in der aktuellen Situation empfehlen könne, machte Lagarde deutlich.

Einem Bericht der Financial Times zufolge hatten sich Vertreter Athens beim IWF über die Möglichkeit eines Zahlungsaufschubs erkundigt. Lagarde war am Donnerstag auch mit dem griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis zusammengekommen.

Milliardenzahlungen werden fällig

Der IWF ist einer der großen Geldgeber bei den zwei Multi-Milliarden-Hilfsprogrammen der vergangenen Jahre für das Euro-Land. Derzeit versucht die Regierung in Athen mit den Geldgebern, darunter auch dem IWF, die Voraussetzungen zu schaffen, damit noch ausstehendes Geld aus den laufenden Hilfsprogrammen freigegeben wird. Unklar ist, ob Griechenland überhaupt noch genügend Mittel hat, um die bis Mai anstehenden IWF-Kreditrückzahlungen von rund einer Milliarde Euro leisten zu können.

IWF drängt zur Eile

Lagarde drängte Griechenland und seine Geldgeber, ihre Arbeit bei der Bewertung der griechischen Reformmaßnahmen zu beschleunigen. Ein positives Urteil dazu durch die drei Institutionen IWF, EU-Kommission und Europäische Zentralbank (EZB) ist die Voraussetzung dafür, dass es zur Auszahlung von Hilfsgeldern kommt. Lagarde mahnte, es müsse schnell Klarheit geschaffen werden. "Das ist keine Sache, die mit einer politischen Verständigung in letzter Minute erledigt werden kann", warnte sie. Gefragt seien vor allem die Finanzminister der Euro-Länder und die von ihnen beauftragten Prüf-Institutionen. Die müssten mit mehr Geschwindigkeit und Gründlichkeit ein Ergebnis erzielen.