Formel 1 Niki Lauda begrüßt Ecclestone-Deal

Seit vielen Jahren Geschäftspartner: Bernie Ecclestone (links) und Niki Lauda

(Foto: dpa)

100 Millionen Dollar will Formel-1-Chef Bernie Ecclestone zahlen, damit sein Schmiergeldprozess eingestellt wird. Richtig so, sagt Niki Lauda, Aufsichtsratschef des Mercedes-Teams. Dann seien "alle Vorwürfe vom Tisch" - und Ecclestone könne sich wieder auf die Arbeit konzentrieren.

Von Klaus Ott

Niki Lauda, Ex-Weltmeister in der Formel 1, und Bernie Ecclestone, Boss der Rennserie, sitzen oft zusammen am Verhandlungstisch. Für Lauda, seit knapp einem Jahr Aufsichtsratschef des Mercedes-Teams, ist klar: Die Formel 1 hat nur Zukunft mit Ecclestone. Deswegen sei es wichtig, dass der Schmiergeldprozess in Deutschland gegen den Renn-Chef, der 100 Millionen Dollar zahlen will, eingestellt werde. "Ich kann das für die Formel 1, für Mercedes und alle anderen Teams nur begrüßen, weil Bernie sich dann wieder voll auf die Formel 1 konzentrieren und zusammen mit den Teams die bestehenden Probleme lösen kann", sagte Lauda am Samstag der Süddeutschen Zeitung. "Hätte Bernie aufhören müssen, dann wäre das eine Katastrophe für die Formel 1 gewesen."

Den zwischen der Münchner Staatsanwaltschaft und Ecclestone vereinbarten Deal, den das Münchner Landgericht am kommenden Dienstag gutheißen soll, findet Lauda vollkommen richtig. "Wenn der Prozess eingestellt wird, wenn Bernie nicht verurteilt wird, dann sind alle Vorwürfe vom Tisch, dann hat er alles richtig gemacht. Dann hören auch alle Spekulationen um Bernie und um die Zukunft der Formel 1 auf. Kontinuität an der Spitze der Formel 1 ist wichtig."

"Da spreche ich auch für Mercedes"

Der Brite und der Österreicher kennen sich seit Jahrzehnten, sie haben oft hart verhandelt, und sie schätzen sich. Ecclestone hat Lauda mal liebevoll als "Bastard" bezeichnet, als der erfolgreich um einen Millionen-Vertrag als Rennfahrer gepokert hatte.

Heute sagt Lauda über Ecclestone: "Er hat die Formel 1 drei Jahrzehnte lang aufgebaut. Er ist der einzige, der alles kennt, das Geschäft, die Sorgen der Teams, er hat alles im Kopf. Er ist das Bindeglied zwischen den Teams und den Investoren, er ist der Garant für die Investoren." Mit dem Briten habe man einen Partner, mit dem man reden könne, "da spreche ich auch für Mercedes".

Als Beispiel für die Probleme, die in der Formel 1 nun angegangen werden müssten, nennt der Mercedes-Mann Lauda zwei Bereiche: "Manche Rennveranstalter haben einen Besucherrückgang, das müssen wir analysieren. Die Überregulierung bei den Rennregeln entmündigt die Fahrer, das ist aber in den beiden jüngsten Rennen schon teilweise korrigiert worden." Gelöst werden die Probleme, davon ist der österreichische Ex-Weltmeister überzeugt, nur mit Ecclestone. Nach Laudas deutlichen Worten kann kein Zweifel mehr bestehen: Wird der Prozess kommenden Dienstag eingestellt, dann bleibt der Brite Formel-1-Chef.

Linktipp:

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