Drastische Gewinnwarnung Sony streicht zum ersten Mal seit 1958 die Dividende

Sony hofft auch auf sein Smartphone Experia Z3, das Anfang September auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin präsentiert wurde.

(Foto: REUTERS)

Die Smartphones verkaufen sich einfach nicht: Sony rechnet mit einem Milliardenverlust.

  • Der japanische Elektronikhersteller Sony korrigiert seinen Verlust in diesem Geschäftsjahr auf das Vierfache nach oben.
  • Sony leidet unter der Konkurrenz durch Samsung und chinesische Hersteller.
  • Konzernchef Kazuo Hirai will den Konzern drastisch umbauen. Das wird viele Arbeitsplätze kosten.
  • Zum ersten Mal seit dem Börsengang 1958 zahlt der Konzern keine Dividende.

In der Mobilfunksparte müssen Milliarden abgeschrieben werden

Die Krise von Sony nimmt kein Ende. Der Konzern hat eine drastische Gewinnwarnung ausgegeben (hier als PDF auf Englisch). Der Nettoverlust im laufenden Geschäftsjahr bis Ende März werde sich von 50 Milliarden Yen auf 230 Milliarden Yen erhöhen, teilte Sony mit. Das entspricht 1,65 Milliarden Euro - eine Vervierfachung zum bisherigen Plan. Grund sei, dass in der Mobilfunksparte umgerechnet 1,3 Milliarden Euro abgeschrieben werden müssen. Sony rechnet nun damit, deutlich weniger Smartphones zu verkaufen.

Sony hat große Probleme

Der Konzern kämpft schon seit Jahren mit hohen Verlusten, die vor allem im Geschäft mit Fernsehgeräten entstanden. Konzernchef Kazuo Hirai sanierte den Elektronik-Bereich unter anderem mit Jobabbau. Zuletzt zeichnete sich aber auch das Smartphone-Geschäft als Problemfall ab. Unter anderem Weltmarktführer Samsung, aber auch Apple und aufstrebende chinesische Hersteller gewinnen Kunden auf Kosten von Sony.

Das Unternehmen befindet sich seit Jahren in einer schwierigen Lage, schaffte gerade mal im Geschäftsjahr 2012/2013 einen Nettogewinn. Die Ratingagentur Moody's stuft die Kreditwürdigkeit des Unternehmens aktuell auf Ramsch-Niveau ein. Die Japaner hatten in dem im März zu Ende gegangenen Geschäftsjahr netto etwa 917 Millionen Euro Verlust gemacht und im Mai ein Minus von voraussichtlich weiteren 50 Milliarden Yen vorhergesagt. Selbst diese Zahl mussten sie nun nach oben korrigieren.

Die wirtschaftliche Lage ist so ernst, dass Sony seine Dividende streicht. Seit 1958 ist Sony an der Börse - und hat bisher immer Geld an seine Aktionäre ausgeschüttet.

Wie der Konzern sich retten will

Strategie soll nun sein, sich in "gewissen Regionen" auf die teuren Smartphone-Modelle zu konzentrieren und die Zahl der Modelle in der mittleren Preisklasse zu reduzieren. Konzernpräsident Kazuo Hirai hat einen umfassenden Umbau des Konzerns eingeleitet. Unter anderem will er 5000 Arbeitsplätze streichen. Die PC-Sparte mit der Marke Vaio wird an einen japanischen Fonds verkauft. Die problematische Fernsehsparte, die kaum Gewinn einbringt und unter starker Konkurrenz leidet, will der Firmenpräsident aber erhalten. Gut läuft nach wie vor der Verkauf der Spielkonsole Playstation 4 - aber das ist auf lange Sicht zu wenig.