Deutsche Wohnen und Vonovia Heftiger Widerstand gegen Fusion auf dem Mietmarkt

  • Die Deutsche Wohnen hält eine Übernahme durch Konkurrent Vonovia für nachteilig.
  • Sie muss die angestrebte Übernahme von Wettbewerber LEG absagen.

Deutsche Wohnen: Vonovia-Angebot zerstört Werte

Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen lehnt die feindliche Übernahme durch den Konkurrenten Vonovia weiter entschieden ab. Das Angebot an die Aktionäre treffe nicht den wahren Firmenwert und gehe von unrealistischen Synergie-Effekten aus, erklärte Firmenchef Michael Zahn. Auch seien die steuerlichen Konsequenzen für die Aktionäre nicht berücksichtigt. Da die Anteile zu einem großen Teil mit Vonovia-Aktien bezahlt werden sollen, würden die bisherigen DW-Aktionäre den weit höheren Geschäftsrisiken der Vonovia ausgesetzt.

Übernahme geplatzt

Im Übernahmekampf auf dem deutschen Wohnungsmarkt hatte sich das Blatt zuvor zugunsten des Marktführers Vonovia gewendet. Die Nummer zwei der Branche, Deutsche Wohnen, gab unter dem Druck der eigenen Aktionäre ihre Pläne auf, den Konkurrenten LEG Immobilien zu übernehmen. Das Aus für diese Pläne hatte Vonovia zur Bedingung für ihr eigenes, 14 Milliarden Euro umfassendes Übernahmeangebot für Deutsche Wohnen gemacht.

Vonovia und Deutsche Wohnen kämen zusammen auf bundesweit eine halbe Million Wohnungen. Mit 14 Milliarden Euro inklusive Schulden wäre es der größte Deal, den es auf dem deutschen Immobilienmarkt je gegeben hat. Vonovia-Chef Rolf Buch ist aber noch nicht am Ziel. Er braucht noch die Mehrheit auf einer Hauptversammlung, die für den 30. November geplant ist.

Deutsche Wohnen wehrt sich

Der Vorstand von Deutsche Wohnen kämpft aber gegen die feindliche Offerte von Vonovia für sein Unternehmen. Der Rückzug bei LEG ist für DW-Chef Zahn bereits die zweite Niederlage. Im Frühjahr war er mit der Übernahme der österreichischen Conwert gescheitert. Auch dort hatte er nicht genügend Rückhalt bei den Aktionären gefunden.

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Die Hauptversammlung, die am 28. Oktober in Frankfurt die Voraussetzungen für die LEG-Übernahme schaffen sollte, sagte Zahn ab. Es sei aussichtslos geworden, dort die erforderliche 75-Prozent-Mehrheit zu erhalten.