Deutsche Bahn Zugfahrt ins Grüne

Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn, spricht auf einer Veranstaltung in Berlin. Im Hintergrund: ein überdimensionaler grüner Stecker. 

(Foto: dpa)

Die Bahn stellt den Fernverkehr im kommenden Jahr auf Ökostrom um. Inhaber einer Bahncard oder einer Zeitkarte sollen von April an ohne Aufpreis kohlendioxidfrei reisen können.

Von Daniela Kuhr, Berlin

Der Fernverkehr der Deutschen Bahn wird deutlich umweltfreundlicher. Vom 1. April 2013 an werden die fünf Millionen Inhaber einer Bahncard oder einer Zeitkarte komplett kohlendioxidfrei Zugfahren - ohne Aufpreis. Mindestens drei Viertel aller Fernverkehrsfahrten würden künftig mit Strom aus regenerativen Energien durchgeführt, kündigte Deutsche-Bahn-Chef Rüdiger Grube am Donnerstag in Berlin an. Damit verdreifache sich der Anteil der regenerativen Energien im Fernverkehr. "Pro Jahr können wir auf diese Weise 700.000 Tonnen CO2 einsparen", sagte der Personenverkehrsvorstand der Bahn, Ulrich Homburg.

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(Video: Süddeutsche.de, Foto: dapd)

Vereinfacht gesagt, läuft das in Zukunft so ab: Die Bahn errechnet, wie viel Strom sie benötigt, um die Inhaber von Bahncards sowie Monats- oder Jahreskarten in ihren ICE- und IC-Zügen zu transportieren. Dann kauft sie die benötigte Strommenge aus regenerativen Energiequellen zu und speist sie ins konzerneigene Stromnetz ein. Der TÜV überprüft, dass alles korrekt abläuft. Wer keine Bahncard oder Zeitkarte besitzt, aber dennoch CO2-frei verreisen will, kann gegen einen Aufpreis von einem Euro ebenfalls ein Öko-Ticket kaufen.

Die Bahn hat sich schon länger zum Ziel gesetzt, im Jahr 2050 komplett CO2-frei zu fahren. Momentan bezieht sie ihren Strom noch aus einem breiten Energiemix: Mit 31,8 Prozent hatte Steinkohle dabei im vergangenen Jahr den größten Anteil, gefolgt von Kernenergie mit 22,3 Prozent. An dritter Stelle stehen jedoch bereits die erneuerbaren Energien mit 21,8 Prozent. Wenn 2015 zwei Lieferverträge über Ökostrom aus Wasserkraftwerken wirksam werden, steigt dieser Anteil auf mehr als 26 Prozent. Das heißt: Eine ganz normale Bahnfahrt, also beispielsweise im Regionalverkehr, wird dann im Schnitt zu einem Viertel durch Ökostrom ermöglicht. Im Fernverkehr dagegen werden vom 1. April an die meisten Fahrten zu 100 Prozent aus Ökostrom betrieben.