20 Jahre ICE in Deutschland:Der Raser ist erwachsen

Mit 20 ist der ICE kein Teeny mehr. Nach einer wechselvollen Jugend jagt der weiße Renner der Bahn nicht mehr nach neuen Temporekorden. Er strebt nach Solidität, mehr Komfort und effizienter Fahrweise.

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20 Jahre ICE

Quelle: dpa

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Mit 20 ist der ICE kein Teeny mehr. Nach einer wechselvollen Jugend jagt der weiße Renner der Bahn nicht mehr nach neuen Temporekorden. Er strebt nach Solidität, mehr Komfort und effizienter Fahrweise.

Der Bundesverkehrsminister hieß Günther Krause, der Bundespräsident Richard von Weizsäcker und das Staatsunternehmen noch Deutsche Bundesbahn. Am 2. Juni 1991 nahm der Intercity Express (ICE) den Hochgeschwindigkeitsverkehr in Deutschland auf.

Was mit 25 der schneeweißen Züge begann, ist ...

20 Jahre ICE

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... innerhalb von 20 Jahren zu einer Flotte von 252 Fahrzeugen geworden, die gut 60 Prozent des Fernverkehrs leistet. Täglich fahren rund 210.000 Menschen mit dem ICE. Er ist erwachsen geworden.

Im Bild: ein ICE 1. Optisch ist er am Bistrowaggon mit dem hohen Dach und der Bugklappe mit DB-Logo, das den roten Streifen unterbricht, zu erkennen.

20 Jahre ICE

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So sieht der ICE 3 aus, der seit 2000 eingesetzt wird. Er schafft Steigungen bis vier Prozent und eine Geschwindigkeit bis 300 km/h.

Optische Merkmale: Es hat keine Triebköpfe mehr - er ist ein Triebzug. Anfang und Ende des ICE 3 sind mit runder Frontscheibe und Lounge ausgestattet - ein Personenabteil mit Blick auf die Strecke. Der rote Streifen wird an der Bugklappe nicht mehr unterbrochen.

ICE

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Gleichzeitig mit dem ICE 3 wurden in ähnlicher Ausführung die Neigetechnik-Züge ICE T (Bild) und ICE TD (dieselelektrisch) entwickelt.

Sie wurden speziell für den Einsatz auf Strecken ausgelegt, die nicht für den Hochgeschwindigkeitsverkehr ausgebaut sind - z.B. auf den kurvenreichen Strecken in Thüringen. Allerdings ist es gerade die Neigetechnik, die noch immer mit Kinderkrankheiten kämpft.

ZIVILPROZESS ICE-KATASTROPHE ESCHEDE

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Auch das gehört leider zur Geschichte des ICE in Deutschland: der Katastrophenunfall von Eschede (bei Celle)  am 3. Juni 1998. 101 Fahrgäste starben, weil der ICE 884 wegen eines gebrochenen Radreifens entgleiste und gegen eine Brücke prallte.

Das Bild zeigt die Gedenkstätte in Eschede bei Celle, die an das ICE-Zugunglück erinnert.

20 Jahre Hochgeschwindigkeitsverkehr in Deutschland

Quelle: dapd

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Immer wieder mal passt sich Deutschlands Schnellzug auch den gesellschaftlichen Ereignissen an: Dieser ICE präsentiert sich im Design der FIFA Frauen-WM.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Rüdiger Grube, hat zudem die weitere Ausdehnung des deutschen ICE-Netzes in die europäischen Nachbarländer angekündigt. "So wie Deutschland mit dem ICE in den letzten 20 Jahren zusammengerückt ist, wird dies im europäischen Massstab in den nächsten 20 Jahren der Fall sein", zitiert ihn die Nachrichtenagentur dapd zum 20-jährigen Jubiläums des Hochgeschwindigkeits-Schienenverkehrs.

20 Jahre Hochgeschwindigkeitsverkehr in Deutschland

Quelle: dapd

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Gründliche Nachschau: ICEs müssen regelmäßig zur Überprüfung - nach dem Unglück in Eschede erst recht.

Auf diesem Bild untersucht ein Mitarbeiter des ICE-Werks der Deutschen Bahn in Berlin-Rummelsburg den Radsatz eines ICE-T Zugs mit einem Ultraschallgerät.

ICx 2011

Quelle: Siemens AG

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Auch Nachwuchs ist in Sicht. "Es ist heute an der Zeit, dass wir einen Generationswechsel einleiten", sagte Bahnchef Rüdiger Grube vor drei Wochen.

Da unterzeichneten er und Siemens-Vorstandschef Peter Löscher einen Vertrag mit einem Volumen von sechs Milliarden Euro für mindestens 220 neue Fernzüge des Münchner Konzerns. Bis zu 300 dieser ICx könnten es am Ende werden.

Im Bild: der neue ICx

Grossraumabteil im ICx

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Wenn die ersten Züge 2016 in Dienst gestellt werden, ersetzen sie freilich zunächst einmal die betagten Intercitys, die schon heute bis zu 40 Jahre alt sind.

Eine zweite ICx-Variante soll bis Mitte des kommenden Jahrzehnts die älteren ICE 1 und ICE 2 ablösen. Was die Fahrgäste der Deutschen Bahn dann erwartet, ist eher Evolution als Revolution: Die Züge haben Speisewagen und Bistro, ein Familienabteil und Deckenmonitore mit Fahrgastinformationen.

Im Bild: Sitzplätze mit Tisch in einem Grossraumabteil des neuen Schnellzugs vom Typ ICx

Sitzplatzreservierung im ICx

Quelle: dapd

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Die neuen Züge werden mit Spitzentempo 249 sogar langsamer sein als der jüngste ICE 3, der 300 Kilometer pro Stunde schafft. Aber darauf kommt es den Planern nicht an, 300 km/h werden heute ohnehin nur auf den Schnelltrassen Köln-Frankfurt und Nürnberg-Ingolstadt gefahren.

Wichtiger ist ihnen das Energiesparen. Das wird wie bei Autos und Flugzeugen mit leichterer Bauweise erreicht. So wird die neue Zuggeneration nach Bahn- und Siemens-Angaben bis zu 30 Prozent weniger Strom verbrauchen als die heutigen ICE.

Im Bild: Reservierungsanzeige an der Sitzlehne im neuen ICx

Behindertengerechter Platz im ICx

Quelle: dapd

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Der Clou des ICx ist sein Baukastenprinzip: Es gibt Wagen mit und ohne Antrieb, die als Module zu 24 verschiedenen Zugvarianten kombiniert werden.

Vor Beginn der Serienfertigung sollen zwei ICx-Züge einen 14-monatigen Probebetrieb durchlaufen. Siemens musste der Bahn außerdem vertraglich umfangreiche Garantien einräumen.

Im Bild: ein rollstuhlgerechter Platz im neuen ICx

ICx im Berliner Hauptbahnhof

Quelle: dapd

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Die Zukunft des ICE liegt auch im Ausland. 1992 fuhr der erste ICE in die Schweiz, 2000 folgte eine Verbindung nach Amsterdam, 2007 zwei nach Paris.  Marseille und London sind die nächsten Ziele.

Dorthin will die Bahn mit dem neuesten ICE 3 M fahren. 16 Züge dieser Serie gehen ab Anfang 2012 auf die Strecke. Wie später die ICx werden sie keine klassischen Sechserabteile mehr haben. 80 Prozent der Fahrgäste wollen lieber im Großraum sitzen, hat die Bahn festgestellt. Dem trägt sie Rechnung.

Im Bild: ein ICx im Berliner Hauptbahnhof

© sueddeutsche.de / dapd/gf
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