Ungebremst bleibt jedoch der Zorn im Netz: Der eine Teil ist empört über die "allerunterste Schublade" (sueddeutsche.de-User PaulEriccson), für andere war das einfach nur "dumm, dumm, dumm". sueddeutsche.de-User obi003 findet, das sei einfach nur ein "unnützer Aufreger": Da er "schon schlimmer Sportkommentare gehört". Weitere Kommentatoren entdeckten ihre eigene Fähigkeit zum Zynismus: "Hurra, die deutsche Wochenschau berichtet live aus den deutschen Kolonien in Afrika". Wieder andere stellten mit dem Kürzel der Moderatorin KMH (km/h!) eine weitere Assoziation mit Hitlers Autobahn her oder verspotteten die Aufregung: Da "schieße man mit V2-Raketen auf Spatzen".
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Reichsparteitage der NSDAP waren Propagandaveranstaltungen für Adolf Hitler. Nach 1933 wurden sie mehrtägig in Nürnberg mit jeweils mehr als einer halben Million Teilnehmern abgehalten. Ganz pragmatisch, wie und was soll also soll ein "innerer Reichsparteitag" sein?
Hier sind wohl eher die Gäule mit der Moderatorin durchgegangen. Oder hatte sie doch eher eine ironische Distanzierung, die ja im Freundeskreis durchaus geläufig und ohne Widerspruch verwendet wird, einem Millionenpublikum nicht vorenthalten wollen? Für Klose war sein Tor zum 2:0 eine "tiefe Genugtuung", schlägt das sonst nicht so zimperliche Online-Portal bild.de vor - und ein "Befreiungsschlag". Oder darf man das auch nicht verwenden, weil es nach dem Historikerstreit so nach Präventivkrieg klingt?
Nun, Frauen hatten es lange Zeit schwer beim Fußball, zumal im Fernsehen. Immer wieder wird Carmen Thomas' mittlerweile fast 30 Jahre alter Fehler "Schalke 05" zitiert, um Frauen das nötige Wissen über Fußball abzusprechen.
Was ist Humor?
Nun bekommt eben die 44 Jahre alte ZDF-Frau Müller-Hohenstein den latenten Frauenhass im deutschen Fußball zu spüren. Ein Vergleich mit Eva Herman verbietet sich da, denn es dreht sich um das ureigen männliche Thema Fußball. Was hier vor dem Fernsehapparat und im Stadion so von sich gegeben wird, das ist oft mehr als schwer erträglich. Die Männerwelt sollte sich da selbst an die Nase fassen. Was lässt sie an bekloppten, gedankenlosen Sprüchen im Freundeskreis so alles durchgehen!
Immerhin, so könnte man mit einem eigenen Anflug von Zynismus meinen, hat es Müller-Hohenstein vermieden, Kloses Tor nicht mit einem "Triumph des Willens" zu beschreiben. "Was ist Humor?", fragte einst Woody Allen, um sich selbst die Antwort zu geben: "Tragik plus Zeit." Doch in Deutschland, dem Land der Täter, sind und bleiben Späßchen über die Nazizeit fragwürdig.
Im Übrigen gab es in der Halbzeitpause des Spiels gegen Australien noch einen Ausrutscher. Marietta Slomka, Moderatorin der Nachrichtensendung heute-journal, wies vor großem Publikum einfach penetrant auf ihre Afrika-Dokumenationen hin, die diese Woche im ZDF laufen. Filmausschnitte wiesen in der Nachrichtensendung auf das kommende Ereignis. Hier wurde ein Informationsangebot narzistisch zur Eigenpromotion missbraucht. Das war fast peinlicher als der Nürnberger Ausflug der Sportdame Müller-Hohenstein.
Also, gut: Es gab ein verbales Eigentor im ZDF, doch beim Moderieren wird nun einmal viel Blödsinn erzählt. Da sollte man nicht alles auf die Goldwaage legen. Ein einfaches Sorry von Frau Müller-Hohenstein und ihres Sportchefs reicht.
Damit sollte man es dann auch gut sein lassen. Und damit die Kirche im Dorf. Oder die Reichsparteitage in einem verfallenden Gelände am Rande von Nürnberg mit angeschlossenem - analogem - Dokumentationszentrum.
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(sueddeutsche.de/jja)
da macht man sich seit wochen mal wieder die mühe einen kommentar zu verfassen und dann endet er im nirvana?!
Tja sehen Sie, ich habe einen boesen Bruder und der steht drauf Dinge zu sagen die als politisch unkorrekt betrachtet werden. Wir haben das in unserer Kneipenszene gut beobachtet, "Reichsparteitag" wird mit Sicherheit ein Klassiker.
Insofern wuensche ich Ihnen und ihren Leidensgenossen viel Spass beim schlussfolgern und falls Sie den Film "Bad Santa" kennen, Sie erinnern mich an den Kaufhauschef. Wenn nicht, auch nicht schlimm, es geht auch direkt, fuer Menschen wie mich, sind Menschen wie Sie, immer ein Heiterkeitserfolg.
Der Artikel von Lars Langenau ist eine genau so grosse Frechheit wie das Geplappere besagter Sortberichterstatterin! Ein an den Haaren herbeigezogener Vergleich jagt den nächsten. Zeichen der Zeit, erst mal losgelabert und plötzlich zuckt man zusammen und denkt "Hätt' ich doch bloss den Rand gehalten!" Aber das Weiss muss ja geschwärzt werden, Prost Mahlzeit...
...kommen die Besonnenen zu Wort. Da möchte ich die Beiträge noch um einen Wunsch erweitern:
Möge es der Himmel zulassen, dass all diejenigen, die so strenge Maßstäbe an ihren Mitmenschen anlegen, sich selbst an eben diesen Maßstäben messen lassen müssen!
Was hätten wir doch für eine schöne Welt!
Hallo, Ihr Klugärsche aufgepasst!
Fehler sind dazu da um sie zu begehen. Euch kann das natürlich nicht passieren.
Mischt Euch mal genau so tapfer ein, wenn es gilt,unser Land vor der totalen Pleite zu bewahren und die Schuldigen beim Namen zu nennen und sie bezahlen zu lassen. Das scheint mir wichtiger als ein Angriff auf eine Frau, die durch Euer unsinniges Dahergerede, wie es in unserer Rechtsordnung üblich ist, ihre Arbeit verlieren kann.
Es lebe der Sport!
S. Kehler
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