Nun lassen sich eine Mannschaft von der Klasse Argentinien und ein Spieler von der Klasse Messis vielleicht zähmen, aber sie über 90 oder gar 120 Minuten komplett zu kontrollieren: unmöglich. Die Energie, sie schien am Ende der ersten Halbzeit zurückzukehren in die Beine und Köpfe des Favoriten. Towart Manuel Neuer bestand die ersten Prüfungen, was ihm Sicherheit gab, die ihm nur nutzen konnte. Denn als Argentinien aus der Kabine kam, startete es mit der gleichen Wucht wie die Deutschen in der ersten Halbzeit. Angel di Maria verfehlte das Gehäuse nur knapp, Per Mertesacker warf sich in einen Schuss von Tévez (54.).
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Thomas Müller erzielte das schnellste Tor dieser Weltmeiserschaft. Nach drei Minuten traf er per Kopf zum 1:0. (© afp)
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Er war jetzt zu spüren, der Wille Argentiniens, diese Schmach von 2006 endlich zu tilgen, selbst Tévez eilte in die eigene Hälfte zurück, half aus, wenn die Deutschen ihre seltener werden Angriffe initiierten. Argentiniens Spieler rannten, jeder Schritt schien zu sagen: Nein, nicht schon wieder gegen diese Teutonen, die vielleicht die Engländer ausschalten können, aber doch nicht uns! Doch die Frage war: Wie viel Kraft steckt in dieser argentinischen Mannschaft, was hatte diese junge deutsche Mannschaft dagegen zu halten?
Spießrutenlauf für Argentinien
Wenn dieses Turnier etwas gelehrt hat, dann dass diese deutsche Mannschaft voller Überraschung steckt, dass man sie nie aus den Augen lassen darf, vor allem nicht diesen langen, dünnen Müller. Im Liegen bugsierte er einen Ball zu Lukas Podolski, den ewigen Poldi, von dem man nicht wusste , ob er es irgendwann lernt, nicht aus jeder Lage den Ball gen Tor zu prügeln. Doch selbst an ihm ist der Reifeprozess der Mannschaft nicht spurlos vorbei gegangen. Er bediente Miroslav Klose, der gar nicht anders konnte, als den Ball zum 2:0 in Tor zu stolpern, seinem 51. im 100. Länderspiel (68.).
Jetzt machte sich Deutschland daran, Argentinien den gleichen Weg zu bereiten wie England: einen Spießrutenlauf in Richtung Heimat. Schweinsteiger, vor Urzeiten einmal Schweini genannt, bediente Arne Friedrich, der seinen einsamen Rekord beendete und in seinem 77. Länderspiel sein erstes Länderspieltor erzielte (74.). Klose setzte nach einer Flanke Özils den Schlusspunkt zum 4:0 (89.).
Für Deutschland geht die Party weiter. Adios, Diego.
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(sueddeutsche.de)