Sonntagsspiele der Bundesliga Und am Ende lachen die Bayern

Sicher beim Elfmeter: Hannovers Huszti verwandelte zweimal ohne Probleme. 

(Foto: dpa)

Aus acht Punkten Rückstand werden elf: Leverkusen verliert 2:3 in Hannover und muss den FC Bayern an der Spitze davonziehen lassen - dabei hatte die Werkself zunächst geführt. Ein außergewöhnlicher Treffer von Arango sichert Gladbach ein 2:0 gegen Mainz. Nach verschlafener erster Halbzeit nutzt die Borussia eine kurze kreative Phase zur Entscheidung.

Wie bitteschön soll das noch schiefgehen? Die Bundesliga tut derzeit alles, um es den Bayern leicht zu machen mit der Meisterschaft. Erst ließ sich der BVB am Samstag gegen Wolfsburg vom Schiedsrichter stoppen - und jetzt schwächelt auch noch der einzige verbliebende Münchner Verfolger Bayer Leverkusen. Der Tabellenzweite der Bundesliga hat nach dem 2:3 (1:1) bei Hannover 96 am Sonntag nun schon elf Punkte Rückstand auf den enteilenden Spitzenreiter aus dem Süden und konnte die Patzer der Champions-League-Konkurrenten Borussia Dortmund und FC Schalke 04 nicht nutzen.

Der Werkself genügten vor 45.800 Zuschauern das schnelle Tor von Gonzalo Castro nach 117 Sekunden und der zehnte Saisontreffer von Stefan Kießling (58. Minute) nicht. Szabolcs Huszti mit zwei Strafstoßtoren (20./69.) und Mame Diouf (57.) versüßten Hannovers Trainer Mirko Slomka sein 100. Bundesliga-Spiel. Die Niedersachsen beendeten damit die Serie der Leverkusener von vier Liga-Siegen nacheinander und haben als Zehnter nur noch zwei Punkte Rückstand auf die Europa-League-Plätze. Vor seiner Jubiläumspartie hatte Slomka die monatelange Ungewissheit um seine Zukunft beendet und seinen Vertrag bis 2016 verlängert.

Nach der Qualifikation für die Europacup-Zwischenrunde wollte der Coach nun auch in der Liga wieder den Vorwärtsgang einlegen, musste aber seine Abwehr umbauen. Für den gelb-gesperrten Karim Haggui rückte Christian Schulz in die Innenverteidigung. Leverkusen konnte dagegen mit seiner Erfolgself der vergangenen Wochen antreten. Acht Stammkräfte, die zuletzt beim 1:0 gegen Rosenborg Trondheim im Europapokal geschont wurden, rückten wieder ins Team. Prompt erwischten die Gäste den besseren Start. André Schürrle spielte Lars Bender schön frei, dessen Rückgabe drückte Castro unbedrängt ins Tor.

Danach entwickelte sich trotz des schwer bespielbaren Rasens eine intensive Partie. Die Gastgeber hatten mehr Ballbesitz, die Werkself setzte wie gewohnt auf Konter. Sergio Pinto prüfte mit einem satten Freistoß in der 6. Minute Bayer-Keeper Bernd Leno. Auf der Gegenseite strich ein Volleyschuss von Schürrle haarscharf über das Tor (17.). Als Philipp Wollscheid dann den Ball leichtfertig am eigenen Strafraum verlor, konnte Abwehrkollege Manuel Friedrich 96-Profi Huszti nur mit unfairen Mitteln stoppen.

Den fälligen Strafstoß verwandelte Huszti gleich selbst zum Ausgleich. Im Anschluss verflachte die Partie etwas, bis zur Pause wurde es nur bei zwei Versuchen von Schürrle (28./45.) nochmal gefährlich. Auch nach dem Seitenwechsel dauerte es eine Weile bis zum ersten offensiven Geistesblitz. Jan Schlaudraffs maßgenaue Flanke aus dem Halbfeld köpfte der frei stehende Diouf mühelos zur Führung für Hannover ein. Aber die Freude währte nur 90 Sekunden. Wiederum Bender leistete die Vorarbeit bei Leverkusen, Kießling stieg hoch und traf mit einem wuchtigen Kopfball zum 2:2.

Die Hausherren reagierten wütend. Didier Ya Konan (61.) und Schulz (62.) scheiterten noch. Dann wurde erneut Huszti im Strafraum gefoult, diesmal von Stefan Reinartz. Wieder trat der Ungar selbst an, wieder traf er sicher - 3:2. Bayer war geschockt und fand keine passende Antwort mehr. Die verzweifelten Offensivbemühungen in der Schlussphase brachten keinen Erfolg mehr.