Rassistische Gesänge gegen Mario Balotelli "Niemand darf den Sport beflecken"

Erneutes Opfer von Schmähgesängen: Mario Balotelli.

(Foto: REUTERS)

Nach Schmähgesängen gegen Milan-Stürmer Mario Balotelli wird erneut über das Rassismus-Problem im italienischen Fußball diskutiert. Fifa-Präsident Sepp Blatter kritisiert auch den Schiedsrichter der Partie: Dieser hätte das Spiel nicht unter-, sondern abbrechen sollen.

Der italienische Fußball hat ein Rassismusproblem, das wird niemand verneinen. Den jüngsten Beweis gab es am Sonntag beim Spiel zwischen dem AC Mailand und AS Rom. Wegen rassistischer Gesänge gegen Stürmer Mario Balotelli ist die Partie (Endstand 0:0) sogar kurzzeitig unterbrochen worden.

In der zweiten Halbzeit stoppte Schiedsrichter Gianluca Rocchi die Begegnung für etwa anderthalb Minuten. In dieser Zeit versuchte Roms Mannschaftskapitän Francesco Totti die eigenen Anhänger zu mäßigen. Bereits in der ersten Hälfte war es zu rassistischen Ausbrüchen der römischen Fans gekommen. Über Lautsprecher wurden sie daraufhin gewarnt, dass das Spiel abgebrochen werden könnte.

Am Tag danach hat Fifa-Präsident Sepp Blatter empört auf die erneuten Verunglimpfungen reagiert. "Man muss das Problem Rassismus nicht nur mit Worten, sondern mit Taten bekämpfen", twitterte der Chef des Weltverbandes.

Blatter kritisierte die Entscheidung des Schiedsrichters, das Spiel lediglich zu unterbrechen, statt es sofort abzubrechen: "Entweder es wird weitergespielt oder es wir ganz abgebrochen. Es darf nicht vorkommen, dass ein 22 Jahre alter Spieler mit rassistischen Gesängen beleidigt wird. Leider geschieht in Italien so etwas immer noch."

Kritik kam auch vom römischen Bürgermeister Gianni Alemanno. "Niemand darf den Sport beflecken. Solidarität mit Balotelli und strenge Verurteilung jeglicher Form von Diskriminierung", erklärte der Bürgermeister. Der AS Rom muss mit einer drakonischen Strafe rechnen.