Radprofi Erik Zabel "Meine Schuld wird mich immer begleiten"

Erik Zabel auf einer Pressekonferenz 2012

(Foto: imago sportfotodienst)

Er habe nur einmal mit Epo experimentiert, sagte Radprofi Erik Zabel 2007. Eine egoistische Lüge, wie er jetzt im exklusiven Gespräch mit der SZ klarstellt: "Epo, Cortison, dann sogar Blutdoping: Es ist doch eine ganze Menge." Zabel benutzte die verbotenen Mittel von 1996 bis 2003.

Von Andreas Burkert

Erik Zabel hat eingeräumt, in seiner Karriere als Radprofi umfangreich gedopt zu haben. "Epo, Cortison, dann sogar Blutdoping: Es ist doch eine ganze Menge", sagte der sechsmalige Gewinner des Grünen Trikots bei der Tour de France der Süddeutschen Zeitung in einem ausführlichen Interview.

Nach eigenen Angaben hat Zabel sich 1996 bewusst entschlossen, mit dem Dopen zu beginnen. Zunächst benutzte er das Blutdoping-Mittel Erythropoietin, kurz Epo. Als die Nachweismethoden besser wurden, sei er wie etliche andere Fahrer umgeschwenkt - auf Eigenbluttransfusionen. "2003 habe ich vor der Tour de France eine Re-Infusion bekommen", bekennt Zabel, der im Jahr 2007 behauptet hatte, lediglich einmal in seiner Karriere kurz mit Epo experimentiert zu haben.

Diese Lüge bereut Zabel inzwischen. Als Grund für sie gibt er an: "Vor allem wollte ich mein Leben behalten, mein Traumleben als Radprofi. Das hat man ja so geliebt, diesen Sport, die Reisen. Dieser Egoismus, der war einfach stärker."

Ein Bericht des französischen Senats, der die Ergebnisse von Nachtests der Tour de France 1998 veröffentlichte und Zabel als Epo-Betrüger entlarvte, brachte den 43-Jährigen zum Umdenken. Er wolle "wieder in den Spiegel gucken" können, begründet er sein Geständnis.

Lesen Sie das Interview mit Erik Zabel in voller Länge in der Montagsausgabe der Süddeutschen Zeitung.