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Doping-Ausreden:"Ich wollte für Chancengleichheit sorgen"

Jan Ulrich ist nicht der einzige Sportler, der Höchstleistungen in der Disziplin Doping-Ausreden liefert. Eine Galerie der Unschuldsbeteuerungen.

20 Bilder

Jan Ullrich

Quelle: dpa

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Ich wollte Chancengleichheit: Jan Ullrich hat 2013 Blutdoping beim spanischen Skandalarzt Eufemiano Fuentes zugegeben. Er habe aber keine anderen Dopingmittel verwendet als sein eigenes Blut, behauptete Ullrich - Betrugsvorwürfe wies er mit einer eigenwilligen Ausrede zurück: "Betrug fängt für mich dann an, wenn ich mir einen Vorteil verschaffe. Dem war nicht so. Ich wollte für Chancengleichheit sorgen."

Lance Armstrong

Quelle: dpa

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So selbstverständlich wie Reifen aufpumpen: Lance Armstrong kämpfte mit allen juristischen Winkelzügen um sein Lebenswerk. Bei Oprah Winfrey legte er schließlich im Januar 2013 eine Beichte ab und gab zu, dass er bei seinen sieben Tour-de-France-Siegen gedopt hat. Viele Fragen blieben jedoch danach offen. "Ich habe die Kultur nicht erfunden und ich habe nicht versucht, die Kultur zu stoppen", sagte er. Dopen sei für ihn so selbstverständlich gewesen wie "Reifen aufpumpen".

Le Tour de France 2012 - Stage Eleven

Quelle: Getty Images

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Das Gift ist schuld: Bei der Tour de France 2012 ist die A-Probe des Luxemburger Radprofis Fränk Schleck positiv. Der reagiert sogleich und sagt: "Falls die Analyse das Ergebnis bestätigt, werde ich argumentieren, dass ich das Opfer einer Vergiftung geworden bin." Weiter sagt er: "Ich schließe kategorisch aus, dass ich eine verbotene Substanz genommen habe. Ich kann mir das Testergebnis nicht erklären und beantrage deshalb die Öffnung der B-Probe."

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Quelle: AFP

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Das Kalbsfilet ist schuld: Alberto Contador hatte während der Tour de France 2010 Clenbuterol im Blut. Der dreimalige Tour-Sieger erklärt jenen Umstand mit einem Stück Fleisch: "Ich bin das Opfer einer Nahrungsmittelverunreinigung." Erst sei das Kälbchen Opfer geworden (Clenbuterol wird zuweilen illegalerweise als Kälbermastmittel eingesetzt), dann er selbst, der Gourmet Contador. Denn: "Das Fleisch war, ehrlich gesagt, zu gut, um zuzulassen, dass es im Abfall landet." Der Internationale Sportgerichtshof Cas nahm ihn die Story nicht ab und sperrte ihn für zwei Jahre, außerdem verlor Contador den Tour-Titel 2010.

Claudia Pechstein darf in Salt Lake City starten

Quelle: dpa

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Die Gene sind Schuld: Bei Claudia Pechstein wurden während der Eisschnelllauf-WM 2009 auffällige Blutwerte festgestellt. Pechstein beteuert, die Auffälligkeiten kämen durch eine genetisch bedingte Blutanomalie zustande.

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Quelle: SZ

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Dieses chinesische Zeug ist schuld: Matthias Kessler führt 2007 seinen exorbitant hohen Testosteronwert auf Nahrungsergänzungsmittel zurück, die nur auf Chinesisch beschriftet gewesen seien.

Dimitrij Ovtcharov

Quelle: AP

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Fleisch süß-sauer ist Schuld: Auch in der Dopingprobe des Tischtennisspielers Dimitri Ovtcharov fand sich Clenbuterol. Und auch er führt dies auf verunreinigtes Fleisch, das er in China zu sich nahm, zurück. "Ich esse gern und viel Fleisch", sagte Ovtcharov. Vielleicht sollten in Zukunft mehr Sportler zu Tofu-Würstchen greifen. Ovtcharov wurde freigesprochen.

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Quelle: SZ

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Der Hund ist schuld: In Frank Vandenbrouckes Haus wird im Jahr 2002 unter anderem Clenbuterol gefunden. Der Radprofi beteuert seine Unschuld: Das Mittel sei für seinen asthmakranken Hund bestimmt gewesen.

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Quelle: SZ

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Der Sex ist schuld: US-Sprinter Dennis Mitchell fällt 1998 durch erhöhte Testosteronwerte auf. Mitchell zufolge sind sie darauf zurückzuführen, dass er in der Nacht zuvor fünf Flaschen Bier getrunken und danach viermal Sex mit seiner Frau gehabt hat: "Die Lady hatte Geburtstag, sie verdiente etwas Besonderes."

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Quelle: SZ

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Mein Roman ist schuld: Beim Querfeldein-Radprofi Mario De Clercq werden 2003 Aufzeichnungen über Medikamente, Trainingspläne und Hämatokritwerte gefunden, die auf Doping hinweisen. De Clercq versichert jedoch, an einem Roman zu arbeiten, für den er sich die Informationen ausgedacht habe.

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Quelle: SZ

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Meine Tochter ist schuld: Andreas Kappes wird 1997 positiv auf Amphetamine getestet. Er begründet das damit, dass er versehentlich auf der Dopingliste stehende Appetitzügler von seiner schwangeren Frau eingenommen habe, die seine Tochter mit Vitaminpräparaten durcheinandergebracht habe.

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Quelle: SZ

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Der Suff ist schuld: Floyd Landis fällt bei der Tour mit hohen Testosteronwerten auf. Er sagt, er habe sich nach seinem Einbruch am Vortag betrunken. Den Whiskey macht er auch für die Testosteronwerte verantwortlich.

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Quelle: SZ

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Die Diät ist schuld: Der Allgäuer Johann Mühlegg gewinnt 2002 drei Goldmedaillen für Spanien in Salt Lake City, wird aber positiv auf eine Epo-ähnliche Substanz getestet. Die Medaillen muss er zurückgeben. Eine Diät soll an seinen seltsamen Blutwerten Schuld sein.

Barcelona 1992 - Dieter Baumann

Quelle: dpa/dpaweb

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Die Zahnpasta ist schuld: Dieter Baumann wird 1999 in zwei Dopingproben Nandrolon nachgewiesen. Der Grund laut Baumann: Dopingmittel in seinen Zahnpastatuben.

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Quelle: SZ

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Meine Schwiegermutter ist schuld (zum Ersten): Christian Henn fällt 1999 bei einer Kontrolle mit einem hohen Testosteronwert auf. Er begründet das mit einem Hausmittelchen seiner Schwiegermutter, das seine Zeugungsfähigkeit steigern solle.

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Quelle: SZ

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Meine Schwiegermutter ist schuld (zum Zweiten): Die Frau des litauischen Radprofis Raimondas Rumsas wird 2002 an der französisch-italienischen Grenze mit einer ganzen Wagenladung Medikamente erwischt: Kortikoide, Testosteron, Epo, Wachstumshormone, Anabolika. Frau Rumsas beteuert, die heilende Fracht nicht zum Gatten, sondern zu ihrer kranken Mutter zu kutschieren.

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Quelle: SZ

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Die Spaghetti sind schuld: Der britische Bobfahrer Lenny Paul wird 1997 positiv auf Nandrolon getestet. Er beschuldigt eine Portion Spaghetti Bolognese, in der hormonbehandelte Rinder verarbeitet gewesen seien ...

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Quelle: SZ

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Die Bonbons sind schuld: Radprofi Gilberto Simoni wird 2002 positiv auf Kokain getestet. Er sagt, eine Freundin hätte ihm Bonbons aus Südamerika mitgebracht, die Kokain enthielten (von dem er nichts wusste).

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Quelle: SZ

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Das explodierte-Asthmaspray-meiner-Mutter-in-Kombination-mit-den-beengten-Verhältnissen-in-einem-Wohnwagen ist schuld: Die deutsche Mountainbike-Fahrerin Ivonne Kraft wird 2007 positiv auf das Asthmamittel Fenoterol getestet. Sie hat einen guten Grund: Ihre Mutter hat einen Asthmaanfall, bekommt aber ihr Spray nicht auf. Sie schlägt es auf den Tisch. Dann explodiert die Flasche. Aus Versehen atmet Kraft die Wolke ein.

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Quelle: SZ

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Mein nie geborener Zwilling ist schuld: Nachdem bei Tyler Hamilton während der Vuelta 2004 körperfremdes Blut festgestellt wird, wartet der amerikanische Radprofi mit dieser Erklärung auf: Das fremde Blut stamme von einem bereits im Mutterleib verstorbenen Zwilling. Mit dem nie gekannten Bruder habe er Stammzellen ausgetauscht, die noch immer fremd-eigene Bruderblutzellen produzierten. Es handele sich um Chimärismus. Was für ein Zufall, dass in Hamiltons Phonak-Mannschaft mit Santiago Perez noch eine zweite Chimäre am Start war.

© sueddeutsche.de/dabi/ebc

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