Pep Guardiola beim FC Bayern "Ich bin nicht Gott"

Selbstkritisch vor dem Pokal-Halbfinale: Bayern-Coach Pep Guardiola.

(Foto: Getty Images)

Pep Guardiola gesteht nach den schwachen Auftritten in der Liga vor dem DFB-Pokal-Halbfinale gegen den 1. FC Kaiserslautern eigene Fehler - und schlägt leise Alarm. Sorge bereitet dem Trainer des FC Bayern auch die Gesundheit von Torwart Manuel Neuer.

Die Warnung war deutlich vernehmbar am Dienstagmittag im Pressestüberl an der Säbener Straße. Pep Guardiola hatte sich offenbar einige Gedanken über den Zustand seiner Mannschaft gemacht. Er sprach dabei so offen wie selten zuvor: "Wenn wir spielen wie in den letzten drei Bundesliga-Spielen, erreichen wir kein Finale", erklärte der Trainer des FC Bayern vor dem DFB-Pokal-Halbfinale am Mittwoch gegen den 1. FC Kaiserslautern (20.30 Uhr).

"Selbstverständlich", fügte Guardiola an, wisse seine Mannschaft um diese Gefahr. Erneut führte er die früheste deutsche Meisterschaft und auch seinen Umgang damit als ausschlaggebend für die schwächeren Leistungen an. "Es war mein Fehler, dass wir nachgelassen haben", sagte der 43-Jährige. Zuvor hatte Guardiola immer wieder betont, dass die Bundesliga mit dem Titelgewinn für den FC Bayern vorbei sei. Nach der feststehenden Meisterschaft hat der FC Bayern in der Liga nicht gewonnen, am Samstag sogar 0:3 gegen Borussia Dortmund verloren. "Ich kann nicht immer gewinnen", sagte Guardiola, "ich bin nicht Gott."

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Guardiola sieht die Ursache dafür einzig im Kopf. Er habe den Spielern nichts aufgezeigt, wofür sie spielen, das sei seine Verantwortung. "Wir sind in einer gefährlichen Situation, auch in Madrid werden wir so keine Chance haben. Wenn der Fokus nicht da ist, dann ist der Kopf langsamer, dann ist alles langsamer", sagte er auch mit Blick auf das Halbfinale in der Champions League (23. und 29. April): "Ich muss die richtige Lösung finden. Wenn wir wirklich wollen, erreichen wir das Finale."

Zunächst aber hofft der Bayern-Coach, dass seine Mannschaft ihm mit dem Einzug in das 20. Pokalfinale der Vereinsgeschichte einen "kleinen Traum" erfüllt. "Ich war noch nicht in Berlin beim Finale", sagte er. Schon gegen Kaiserslautern müsse der FC Bayern deshalb zu seiner Stärke zurückfinden. "Wir müssen spielen, was wir sind. Wir sind gut, wenn wir wie ein Team spielen", forderte Guardiola.

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Ob Nationaltorwart Manuel Neuer dabei mitwirken kann, ist fraglich. Man werde erst am Spieltag entscheiden, ob Neuer auflaufen könne, sagte Guardiola. "Ich hoffe, dass er spielen kann. Ich werde mit meinen Ärzten sprechen." Neuer konnte nach seiner Auswechslung am Samstag beim 0:3 gegen Borussia Dortmund wegen Wadenproblemen zum Anfang der Pokalwoche nur individuell trainieren.

Vertragsangebot für Kroos?

Unterdessen hat der FC Bayern ein angebliches Angebot von Manchester United für Mittelfeldspieler Toni Kroos nicht bestätigt. Das erklärte ein Sprecher des deutschen Fußball-Meisters am Dienstag. Die englische Tageszeitung "The Guardian" hatte zuvor über eine Offerte von ManUnited an den deutschen Nationalspieler berichtet.

"Sie (die Vereinsverantwortlichen) machen alles, dass er hierbleibt. Es hängt von Toni ab", sagte derweil Guardiola. Kroos sei ein freier Mann, "aber wir würden ihn gerne hierbehalten", sagte Guardiola, betonte aber auch: "Am Ende der Saison werden wir sehen. Manchester United muss mit dem Klub sprechen." Zuletzt hatte Kroos angekündigt, erst im Sommer eine Entscheidung über seine sportliche Zukunft fällen zu wollen. Bei den Bayern steht er noch bis 2015 unter Vertrag.

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