Nationalspieler von Real Madrid FC Bayern diskutiert Khedira-Verpflichtung

Sami Khedira mit WM-Pokal: In welchem Klub er demnächst spielen wird, ist indes offen.

(Foto: dpa)

Bei Real Madrid gilt Sami Khedira als Streichkandidat im üppigen Kader. Nach Informationen der SZ und der spanischen Zeitung Marca ist der deutsche Weltmeister ein Kandidat für den FC Bayern München.

Von Thomas Hummel

Sami Khedira hat im Urlaub einiges von seinem Klub Real Madrid gelesen. Da wurde Mittelfeldspieler Toni Kroos für 30 Millionen Euro verpflichtet, dann Mittelfeldspieler James Rodríguez für 80 Millionen. Für Mittelfeldspieler Sami Khedira waren dies bedenkliche Nachrichten, denn auch die selbsternannten Königlichen dürfen nur elf Positionen auf dem Feld besetzen, wovon nur drei, vielleicht vier an das Mittelfeld gehen.

Dass der deutsche Weltmeister im Madrider Fußballzirkus einer der Streichkandidaten ist, blieb niemandem verborgen - wenngleich Trainer Carlo Ancelotti den eifrigen Khedira gerne behalten würde: Die Chefetage und große Teile der Anhänger halten den 27-Jährigen für verzichtbar, ihnen sind Künstler wichtiger als Fußball-Arbeiter.

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Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung und der spanischen Sportzeitung Marca beschäftigt sich nun der FC Bayern mit einer Verpflichtung von Khedira. Marca berichtet an diesem Mittwoch, dass die Münchner bei Khedira bereits angefragt hätten. Allerdings solle der Profi noch ein Jahr bei Real Madrid spielen, um 2015 nach Ablauf seines Vertrags ablösefrei zu wechseln.

Das aber würde den Interessen von Real widersprechen, das lieber eine stattliche Ablöse für den Deutschen kassieren würde. Als Interessenten für einen Transfer in diesem Sommer gelten nach wie vor die Gunners von Arsenal. Doch die Londoner konnten sich bislang mit Khedira nicht auf ein Gehalt einigen. Der solvente FC Bayern hätte da wohl mehr zu bieten.

Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge verneinte bei der Nachrichtenagentur dpa ein Interesse des Klubs an einer Verpflichtung Khediras. Dabei hat der Nationalspieler einige Fürsprecher im Verein, schon 2010 wollte ihn ein Teil der Führungsetage holen. Doch der ging dann vom VfB Stuttgart nach Madrid. Derzeit diskutiert der Klub intern, ob Khedira zum einen den Weggang von Kroos kompensieren könnte. Zum anderen könnte er aufgrund seines Charakters und Auftretens in eine Führungsspieler-Funktion hineinwachsen.

Für Mittelfeldspieler wäre der FC Bayern derzeit eine gute Adresse, schwärmt der dortige Trainer doch besonders von dieser Fußballer-Spezies. Ob Pep Guardiola allerdings eine Vorliebe für den Arbeiter Sami Khedira entwickelt, ist fraglich. Die Pass-Zirkulation gilt nicht als größte Stärke des Nationalspielers.