HSV nach der Relegation "Ich war so nervös, das war schrecklich"

So musste auch Kapitän Rafael van der Vaart nach 75 Minuten das vom Sinken bedrohte Schiff verlassen, er wurde ausgewechselt. "Alles hat wehgetan", erklärte der Niederländer. Zusammen mit Tolgay Arslan habe er dann in der Kabine gesessen, mit Kopfhörern auf den Ohren.

"Ich war so nervös, das war schrecklich", meinte van der Vaart, "heute war der Druck viel größer als in einem WM-Finale." Dennis Diekmeier ließ sich noch von der Euphoriewelle auf dem Rasen tragen, als er vor die Mikrofone trat. "Wir sind einfach nur übertrieben glücklich, dass wir es jetzt geschafft haben", sagte er.

Stimmen zur Relegation "Noch so eine Saison ertrage ich nicht"

Hamburgs Heiko Westermann hält es am Ende des Spiels kaum mehr aus. Fürth-Trainer Frank Kramer ärgert sich, dass sein Team sich nicht belohnt hat. Und HSV-Stürmer Pierre-Michel Lasogga verteidigt seine Provokation vor der Fürther Bank. Die Stimmen zur Relegation.

Im Gegensatz zu van der Vaart hatte Diekmeier die überragenden Paraden von Jaroslav Drobný noch live mitbekommen. Dass am Ende die Hamburger jubeln konnten, war vor allem ein Verdienst des Ersatzkeepers, der erst durch eine Verletzung von René Adler in die Startelf gerückt war. "Er ist für mich der Gewinner dieser beiden Spiele", würdigte ihn Slomka. Und Hakan Çalhanoğlu ließ sich im Überschwang nicht stoppen: "Drobný ist schon immer mein Lieblingstorwart."

Verdienstvolles leistete auch Torschütze Lasogga, doch seine Leistung schmälerte er gleich nach dem Abpfiff mit einer unschönen Szene: Er stürmte provozierend zur Fürther Bank und ballte obszön die Fäuste. Für Fußballfreunde, die dem HSV nicht allzu wohlgesonnen sind, war seine Aktion ebenso wie die Saison samt Relegation eines Bundesligisten unwürdig.

Die schlimme Saison wird in Hamburg trotz Klassenerhaltes wohl noch länger haften bleiben. "Dreckig" sei sie gewesen (Arslan), "hart" (Diekmeier). "Brutal", befand Westermann, "hier ist in den letzten Jahren viel schiefgelaufen". Der HSV sei ein Verein, der absolut intakt ist, meinte ein anderer. Name: Mirko Slomka. Klassenerhalt: geschafft. Status: ziemlich zuversichtlich. Und erst seit drei Monaten in Hamburg.