Mutiger Felix Magath: Nur drei Tage nach der überraschenden Verpflichtung von Thomas Hitzlsperger bringt Magath den Ex-Nationalspieler von Beginn an - mit eher fragwürdigem Effekt. Borussia Mönchengladbach hingegen steht nach dem 4:1 tatsächlich für eine Nacht an der Tabellenspitze.
Nach seiner Verpflichtung sagte Thomas Hitzlsperger einen schönen Satz. Er sei "froh, dass alles intern geblieben ist, bis wir die letzten Details geregelt hatten". Das war als Lob an Wolfsburgs Trainer Felix Magath zu verstehen, der Hitzlsperger aus der Arbeitslosigkeit zurück geholt hatte, ließ den Betrachter jedoch schmunzeln: Schließlich hatte Magath den Ex-Nationalspieler derart aus dem Nichts verpflichtet - wo hätte die Indiskretion denn herkommen sollen?
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Kein wirklich gelungenes Debüt: Thomas Hitzlsperger. (© Bongarts/Getty Images)
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Vor dem Freitagabendspiel bei Borussia Mönchengladbach harrte Hitzlsperger gespannt der Dinge: Würde ihn Magath bereits im ersten Ligaspiel bringen? Oder würde ihn dasselbe Schicksal ereilen wie Angelos Charisteas oder Ali Karimi? Die hatte Magath in der vergangenen Spielzeit bei Schalke ebenfalls überraschend verpflichtet - anschließend spielten sie jedoch kaum eine Rolle.
Magath setzte aber ansatzlos auf Hitzlsperger - und so agierte "the Hammer", wie sie ihn damals in England nannten, nur drei Tage nach seiner Verpflichtung tatsächlich von Beginn an. Er begann im linken Mittelfeld. Weiter hinten, zunächst als Rechtsverteidiger, spielte Hasan Salihamidzic. Welch Schmankerl für Fußballromantiker: Wer hätte vor Saisonbeginn gedacht, dass diese beiden Haudegen am dritten Spieltag gemeinsam auflaufen würden?
Seine mutige Aufstellung nutzte Felix Magath und dem VfL Wolfsburg allerdings überhaupt nichts. Das 1:4 gegen Borussia Mönchengladbach bedeutete bereits die zweite Niederlage der Saison. "Wir gehen verdient in Führung, aber dann passieren Fehler, die dürfen einfach nicht passieren", sagte Kapitän Christian Träsch. "Wir sind noch nicht stabil genug", klagte auch Felix Magath.
Gute Stimmung hingegen bei den Gladbachern: "Wir wollten sehr, sehr offensiv spielen, das hat die Mannschaft sehr gut gemacht", sagte Trainer Lucien Favre. Sein Team ist zumindest bis Samstagnachmittag neuer Tabellenführer.
Die Partie begann turbulent: Nach zwölf Minuten bugsierte zunächst Makoto Hasebe den Ball wuchtig ins Gladbacher Tor, nur 171 Sekunden später nutzte Marco Reus einen Fehler von Simon Kjaer zum Ausgleich. In der 31. Minute rannte sich wiederum Reus geschickt in der Wolfsburger Abwehr fest und fiel, Kapitän Filip Daems verwandelte den Elfmeter sicher zum 2:1. Kurz vor der Pause staubte Rückkehrer Raul Bobadilla gar zum 3:1 ab. Und zwar verdient.
Und Hitzlsperger? Sein Fremdkörperfaktorwar zunächst groß, was nach nur einer Trainingseinheit wenig verwunderte. Nach 39 Minuten haute er einen 30-Meter-Freistoß direkt auf das Gladbacher Tor - jedoch weit drüber. Mit dem Haudegen-Duo war es ohnehin längst vorbei: Schon nach 23 Minuten humpelte Salihamidzic mit einem maladen Oberschenkel vom Platz.
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