Fußball International Mertesacker sieht Rot - Zidane patzt

Arsenal's Per Mertesacker, centre, is shown a red card and sent off by referee Mark Clattenburg for a foul on Chelsea's Diego Costa during the English Premier League soccer match between Arsenal and Chelsea at the Emirates stadium in London, Sunday, Jan. 24, 2016.(AP Photo/Frank Augstein)

(Foto: AP)

Der FC Arsenal verliert den Weltmeister und die Tabellenführung in England. In Spanien verlieren beide Madrider Klubs Punkte.

England: Mesut Özil enttäuschte, Per Mertesacker sah die Rote Karte und der FC Arsenal stürzte von der Tabellenspitze. In der englischen Premier League verlor das Team um die beiden deutschen Fußball-Weltmeister am Sonntag gegen den Londoner Stadt-Rivalen FC Chelsea mit 0:1 (0:1) und rutschte in der Tabelle hinter Leicester und Manchester City auf Rang drei zurück. Arsenal-Abwehrchef Mertesacker wurde schon in der Anfangsphase nach einer Notbremse vom Platz gestellt. Und Özil kam nicht richtig in Schwung.

"Wir haben hohe Ambitionen, kämpfen um den Titel und dann verlieren wir so ein Spiel - frustrierend", schimpfte Arsenal-Mittelfeldspieler Mathieu Flamini nach dem Abpfiff. Doch Chelsea war von Beginn an die druckvollere Mannschaft. Willian hatte bereits 15 Minuten die Führung auf dem Fuß, doch seinen Schuss aus zehn Metern konnte der ehemalige Chelsea-Keeper Petr Cech klären.

Özil taucht unter

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Drei Minuten später folgte die Notbremse des deutschen Ex-Nationalspielers. Sein Foul als letzter Mann gegen Diego Costa bedeutete die zweite Rote Karte für Mertesacker in der Premier League. Die Gäste nutzte die nummerische Überlegenheit umgehend aus. In der 23. Minute konnte Branislav Ivanovic ohne Probleme auf der rechten Seite nach vorne marschieren, seine Flanke verwertete Costa am kurzen Eck zum 0:1. Für den Spanier war es unter dem neuen Trainer Guus Hiddink der sechste Treffer im sechsten Pflichtspiel. Arsenal wirkte bis kurz vor der Pause geschockt. Kam kaum zu gefährlichen Gelegenheit.

Spielmacher Özil tauchte unter und wurde erst im Laufe der Partie etwas besser. Während die Gunners im zweiten Durchgang zwar alles versuchten, aber nicht konnten, verwaltete Chelsea den knappen Vorsprung ohne Probleme bis zum Abpfiff. Der Titelverteidiger kletterte auf Platz 13 und bleibt unter Hiddink im siebten Pflichtspiel unbesiegt. Das neue Ziel ist Rang vier, der 14 Punkte entfernt ist. "Es ist eine harte Liga. Jeder schlägt jeden. Wenn wir den Lauf nutzen, haben wir eine Chance", sagte Kapitän John Terry.

Spanien:

Schlecht gespielt und doch gewonnen: Dank eines Geniestreichs seines Superstars Lionel Messi hat der FC Barcelona die Hürde beim FC Málaga genommen und einen schmeichelhaften 2:1 (1:1)-Sieg beim "Angstgegner" der Vorsaison errungen. Der spanische Fußballmeister eroberte damit die Tabellenführung in der Primera División, da der bisherige Spitzenreiter Atlético Madrid am Sonntag gegen den FC Sevilla über ein 0:0 nicht hinauskam. Barça und Atlético haben beide je 48 Punkte, die Katalanen aber ein Spiel weniger.

Am Sonntagabend verpasste es Real Madrid den Rückstand auf das Spitzen-Duo wieder zu verkürzen. Der Rekordmeister kam bei Betis Sevilla nicht über ein 1:1 hinaus und bleibt mit 44 Zählern Dritter. Alvaro Cejudo (7. Minute) hatte die Gastgeber mit einem herrlichen Volleyschuss von der Strafraumgrenze in Führung geschossen, Karim Benzema gelang nur noch der Ausgleich für die Königlichen (71.). Damit verpasste Zinédine Zidane in seinem dritten Spiel als Real-Trainer seinen dritten Sieg.

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"Große Teams gewinne auch dann, wenn sie schlecht spielen"

Sein Barça-Kollege Luis Enrique nahm nach der blamablen Vorstellung des Champions-League-Siegers an der Costa del Sol kein Blatt vor den Mund. "Es gehört schon etwas dazu, so schlecht zu spielen, wie wir das in der ersten Halbzeit getan haben", konstatierte der Coach. "Ich kann mich nicht erinnern, unser Team jemals so schwach gesehen zu haben." Allerdings gelang dem Champions-League-Sieger etwas, was ihm zuletzt nicht vergönnt gewesen war: ein Sieg über den FC Málaga. In der vorigen Saison hatte Barça nur einen von sechs Punkten in den Spielen gegen die Andalusier geholt. Dabei hatte die Partie am Samstagnachmittag vielversprechend angefangen.

Der Neymar-Ersatz Munir brachte die Katalanen in der ersten Minute in Führung. Danach war das Barça-Team nicht wiederzuerkennen und inszenierte ein Festival von Fehlpässen. Juanpi (31.) gelang der verdiente Ausgleich für die Platzherren. Als größter Schwachpunkt bei Barça erwies sich der Belgier Thomas Vermaelen, der für den gesperrten Gerard Piqué in die Innenverteidigung gerückt war und zur Halbzeit ausgewechselt wurde. Messi (51.) verhalf den Katalanen mit einem spektakulären Seitfallzieher doch noch zum Sieg. Von dem Weltfußballer war ansonsten kaum etwas zu sehen. "Es zeichnet große Teams aus, dass sie auch dann gewinnen, wenn sie schlecht spielen", meinte der Barça-Trainer.