Fußball Chicago vergleicht Schweinsteiger schon mit Michael Jordan

"Er will weiter siegen, er will weiter triumphieren": Chicago Fire verspricht sich viel von Bastian Schweinsteiger.

(Foto: Johannes Simon)
  • Chicago Fire erwartet sich von Bastian Schweinsteiger, dass er den Verein "zu einem besseren Fußball-Klub machen wird".
  • In den vergangenen Spielzeiten war Chicago Fire beharrlich das schlechteste der 22 Teams der Major League Soccer (MLS). Das soll Schweinsteiger nun ändern.
  • US-Medien befürchten, dass die nordamerikanische Liga wieder als Paradies für Fußballrentner gelten könnte.
Von Javier Cáceres

Es gibt keinen Superlativ, dem Nelson Rodríguez ausweichen würde. Nicht an diesem Dienstagabend deutscher Zeit, als der General Manager von Bastian Schweinsteigers künftigem Klub, Chicago Fire, über eine Stunde lang in einer Telefonkonferenz mit Reportern aus aller Welt spricht, in Englisch, Spanisch und auch ein bisschen auf Deutsch. "Ein Bier, bitte!", könne er sagen, scherzt er. Aber die Namen, die er nennt, als er über Schweinsteiger philosophiert, die bedürfen keiner Übersetzung, in keine Sprache der Welt.

Es sind der Fußball-Beau David Beckham, der Tennis-Spieler Roger Federer, seine Kollegin Serena Williams und der Basketballer Michael Jordan. Wenn man Rodríguez glauben darf, hat Schweinsteiger selbst nicht die geringste Angst, in eine Reihe mit großen Namen gestellt zu werden: "Er will weiter siegen, er will weiter triumphieren. Er hat mir ins Gesicht gesagt, dass er sein will wie LeBron James", sagte Rodríguez. LeBron James? Ja, jener LeBron James, den sie in den Staaten "The Chosen One" nennen, und der 2016 - und das heißt: auf seine alten Tage noch - mit den Cleveland Cavaliers den Titel der US-Basketball-Profiliga NBA gewann.

Wer weiß, ob Schweinsteiger geschmunzelt hat, als er das sagte. Gewiss ist dafür, dass die Namen Federer, Williams, Michael Jordan oder LeBron James fallen, weil Schweinsteiger, die einstige Bayern-Ikone, die nun Manchester United verlässt, im Sommer 33 wird. Er ist damit der älteste unter den 13 neuen "Designated Players", wie die Spieler genannt werden, die ein Salär oberhalb der Gehaltsgrenze der US-Profiliga MLS verdienen dürfen. Dort liegt das Durchschnittsalter bei 25,3 Jahren - und das ist ein Indikator, dass der US-Fußball weg wollte vom Image des Paradieses für Fußballrentner aller Welt.

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Seit die Nachricht vom Transfer in der Welt ist, grassiert in den US-Medien, die sich um Fußball kümmern, die Frage: Kehrt Schweinsteiger diesen Trend nun um? Es möge sein, "dass Schweinsteigers Spiel nicht mehr vom gleichen Speed und den gleichen physischen Elementen geprägt ist, die er noch als Teenager hatte", sagt Rodríguez. "Aber der Rest seines Spiels ist größer geworden", fügt er hinzu. Und 32 sei das Alter, in dem Federer und Williams noch Grand-Slam-Titel im Tennis abräumen - und die Figur des Sports in Chicago überhaupt, die Bulls-Legende Michael "Air" Jordan, noch zum wertvollsten Spieler der Basketball-Profiliga NBA gekürt wurde.

Auch deshalb ist in Rodríguez' Stimme nicht der leiseste Zweifel zu hören, als er sagt, dass Schweinsteiger Chicago Fire "zu einem besseren Fußball-Klub machen wird" - und ihn persönlich "zu einem besseren Manager". Schweinsteiger sei ein Champion, der auf das Spiel einer Mannschaft wirken könne wie Andrés Iniesta beim FC Barcelona oder Luka Modric bei Real Madrid.

Die Rekrutierung der Spieler folge einer Reihe von Leitfragen, die folgende seien: "Wir achten nicht auf den ethnischen Hintergrund. Wir achten auf Größe. Wir achten nicht aufs Alter. Wir fragen uns: Sind es große Spieler? Sind sie gute Menschen? Passen sie zu uns?" Schwein-steiger passe zu Fire. Und nicht nur das, sagt Rodríguez: "Er ist die perfekte Verkörperung des Klubs, der wir sind, und des Klubs, der wir sein wollen."