Fehlender Teamgeist im DFB-Team? Joachim Löw erkundet den Sprengsatz
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Bundestrainer Löw holt Bastian Schweinsteiger zu den WM-Qualifikationsspielen gegen Irland und Schweden in die DFB-Elf zurück. Dessen Andeutungen zum möglicherweise fehlenden Teamgeist während der EM bringen das heile Gebilde Nationalmannschaft ins Wanken. Löw reagiert ratlos - und kündigt ein Gespräch mit dem Bayern-Profi an.
Joachim Löw stellt in Frankfurt seinen Kader für die Spiele gegen Irland und Schweden vor.
(Foto: dpa)Joachim Löw schien sich noch gar nicht mit dem Thema beschäftigt zu haben. Etwas ratlos wirkte der Bundestrainer, als er während einer Pressekonferenz auf die Worte von Bastian Schweinsteiger angesprochen wurde. Der Mittelfeldspieler des FC Bayern München hatte in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung zuletzt angedeutet, dass es der Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft im Sommer an Teamgeist gemangelt habe.
Schweinsteiger hatte darin das aktuelle Innenleben bei den Bayern-Profis gelobt: "Wir haben gerade wirklich einen guten Geist in der Mannschaft, das spürst du ja zum Beispiel, wenn ein Tor fällt: Springt da die komplette Bank auf? Bei uns springt sie auf", und anschließend übergeleitet: "Das ist vielleicht ein kleiner Unterschied zur Nationalmannschaft bei der EM. Da sind nicht immer alle gesprungen."
In dieser Aussage liegt eine Menge Sprengsatz für das Bundestrainer-Team. Lobt es doch unablässig die Einstellung der zumeist jungen Profis, stellt die Nationalmannschaft als Hort des uneitlen Gemeinsinns dar. Soll das alles Fassade sein? Machte das Team im Halbfinale gegen Italien auch deshalb einen blutleeren Eindruck, weil eine interne Missstimmung die Auflehnung gegen die Niederlage erschwerte?
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Löw wies den Verdacht zurück. "Das konnte ich so nicht feststellen. Das war so nicht der Fall", sagte er, "ich hatte bei den ersten vier Spielen immer den Eindruck, dass sich die Mannschaft trotz mancher Konflikte und Schwierigkeiten, die bei einem solchen Turnier immer auftreten, sehr harmonisch präsentierte." Er räumte indirekt ein, dass nach der Pleite gegen Italien die Harmonie endete, doch sei das angesichts der Enttäuschung ebenfalls normal. Also alles halb so schlimm?
Dass Toni Kroos mit seiner Reservistenrolle in den ersten EM-Spielen wenig anfangen konnte, war ihm in Polen und der Ukraine im Gesicht abzulesen, einmal äußerte er sich auch dahingehend öffentlich. Und ob die Dortmunder, die nach dem Double-Gewinn fast komplett auf der Bank versammelt waren, viel mit den dreifachen Vize-Münchnern, die bis auf Kroos fast immer alle spielten, so viel anfangen konnten?