FC Bayerns Niederlage in Madrid Nur eine Großchance

Auch Arjen Robben übte Kritik an der Mannschaft, die er allerdings so geschickt in einem Lob tarnte, als habe er gerade ein Führungskräfteseminar absolviert: "Man kann der Mannschaft ein Kompliment machen", sagte der Niederländer, zumindest "wenn man berücksichtigt, dass wir die letzten zwei, drei Spiele nicht gut gespielt haben."

Robben selbst war zwar auch diesmal wieder einer der emsigsten Bayern-Spieler, von ihm ging aber erneut kaum Gefahr aus. Auch Franck Ribéry wirkte weiter seltsam ideenlos. Eine der Folgen: Mario Mandzukic gelangte kaum an einen Ball und blieb machtlos gegen Reals Kopfballungeheuer Pepe und Sergio Ramos. Erst die Einwechselungen von Thomas Müller und Mario Götze brachten Schwung in die Bayern-Offensive - in der 84. Minute folgte die erste und einzige große Torchance. Doch Iker Casillas faustete Götzes Schuss weg.

Die dritte Niederlage in nur einem Monat war somit perfekt, die Spieler sind beim Saisonhöhepunkt deutlich von ihrer Bestform entfernt. Zudem dürfte Guardiola nun mit einem weiteren Thema konfrontiert werden: Hat der beste Trainer der Welt womöglich einen taktischen Fehler begangen, indem er Javier Martínez zunächst auf der Bank ließ?

Der Spanier wurde einst zu Bayern geholt, um bei schnellen Gegenangriffen geschickt den Weg zu versperren. Genau diese Qualitäten wären bei der wohl konterstärksten Mannschaft der Welt durchaus gefragt gewesen. Guardiola zog jedoch Lahm im Mittelfeld vor und setzte damit vor allem auf eines: Ballbesitz. Der Erfolg gab ihm zumindest diesmal nicht Recht. Reals Trainer Ancelotti fügte lächelnd an: "Ballbesitz ist nicht alles."

Nach der Niederlage gegen Borussia Dortmund hatte Guardiola noch zugegeben, Fehler gemacht zu haben. Diesmal forderte er lediglich: "Wir müssen im Rückspiel mehr Torchancen haben. Da müssen wir den Schlüssel finden." Wie dieser Plan aussehen könnte? Guardiola zögerte keinen Moment, er antwortete: "Weiter angreifen." Am Dienstag wird sich zeigen, ob es aufgeht.

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