FC Bayern in der Einzelkritik:Lahms entscheidender Fauxpas

Philipp Lahm muss als Aushilfs-Wellenbrecher ran. Dante wird Opfer einer Plagiatsaffäre. Und Franck Ribéry braucht zwar große Spiele, ist aber mit sich und seiner Formkrise beschäftigt. Die Bayern beim 0:1 gegen Real Madrid in der Einzelkritik.

Von Claudio Catuogno, Madrid

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Real Madrid's Benzema scores past Bayern Munich's goalkeeper Neuer during Champion's League semi-final first leg soccer match in Madrid

Quelle: REUTERS

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FC Bayern in der Einzelkritik:Manuel Neuer

Philipp Lahm muss als Aushilfs-Wellenbrecher ran. Dante wird Opfer einer Plagiatsaffäre. Und Franck Ribéry braucht zwar große Spiele, ist aber mit sich und seiner Formkrise beschäftigt. Die Bayern beim 0:1 gegen Real Madrid in der Einzelkritik.

Manuel Neuer: Vor dem Anpfiff wochenlang die Wade der Nation: wegen "Wadenproblemen" in diversen Liga-vorbei-Kicks geschont. Diesmal aber zur Erleichterung aller mit zwei Unterschenkeln in Spanien angeliefert. Regelmäßig als mitspielender Torwart gefordert, auch mal als faustender Torwart, mit zunehmender Dauer dann sogar als bester Torwart der Welt. Nach Wiederanpfiff mit seriöser Parade gegen Ronaldo (47.), danach mit weiteren seriösen Paraden. Beim Gegentor ohne Chance.

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Quelle: AFP

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FC Bayern in der Einzelkritik:Rafinha

Rafinha: Mit der Rolle eines Spezialagenten betraut, weil Pep Guardiola nicht Philipp Lahm als Linksverteidiger gegen Cristiano Ronaldo ("CR7") stellte. Sondern ihn, "R13". Auftrag: Weltfußballerinschachhalter. Bekam Ronaldo aber seltener zu Gesicht als befürchtet, da dieser oft zentral postiert war. Im Spiel nach vorne bemüht, aber ohne große Impulse.

Real Madrid - FC Bayern München

Quelle: dpa

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FC Bayern in der Einzelkritik:Jérôme Boateng

Jérôme Boateng: Bekam Ronaldo in der Zentrale öfter zu Gesicht, als ihm lieb sein konnte. Machte den zweiten entscheidenden Fehler des Spiels aber im Laufduell mit Coentrão, als er dessen Pass auf Benzema nicht verhindern konnte, der zum 1:0 führte. Überhaupt ein undankbarer Abend: Im Spielaufbau kaum Impulse - und sobald Reals Offensive mit Überfall-Tempo angerauscht kam, regelmäßig geschüttelt und gerührt. Sehr zuverlässig beim Organisieren von Abseitsfallen, aber mit Abseitsfallen wird man selten unsterblich.

Bayern Munich's Dante challenges Real Madrid's Karim Benzema during their Champions League semi-final first leg soccer match in Madrid

Quelle: REUTERS

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FC Bayern in der Einzelkritik:Dante

Dante: Vor dem Anpfiff Opfer einer Plagiatsaffäre: Pepe, der seit jeher kahlköpfige Innenverteidiger der Madrilenen, hat unter Umgehung aller Patentvorschriften Dantes Frisur (Modell "Königspudel") geklaut. Ansonsten ein ähnlicher Abend wie Boateng, bloß mit etwas mehr Spielaufbau und etwas weniger Ronaldo. Verlässlich bei Kopfballduellen und im Stellungsspiel. Setzte Reals Lichtgeschwindigkeit aber allenfalls einen soliden Viertakter entgegen.

Real Madrid v FC Bayern Muenchen - UEFA Champions League Semi Final

Quelle: Bongarts/Getty Images

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FC Bayern in der Einzelkritik:David Alaba

David Alaba: Wieder der Musterschüler im Bayern-Kader: Zeigte, dass er aus dem Manko der Liga-vorbei-Spiele ("zu wenig Bewegung") gelernt hat. War viel in Bewegung; bisweilen weit eingerückt, wie Guardiola das von Außenverteidigern erwartet, um das Zentrum zu verdichten. Aber auch im Wechsel mit Ribéry auf dem Flügel. Außerdem ein Aktivposten in Sachen Gegenpressing, nahm etwa dem rustikalen Pepe rustikal den Ball ab. Beim Gegentor dann so alleine, dass auch Bewegung nichts half. Und nach Wiederanpfiff überrascht, dass auch er es mal mit Ronaldo zu tun bekam; ließ den Portugiesen schießen. Neuer parierte mit der Pranke der Nation.

Real Madrid - FC Bayern München

Quelle: dpa

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FC Bayern in der Einzelkritik:Philipp Lahm

Philipp Lahm: Da Guardiola zunächst auf Javier Martínez verzichtete, als Wellenbrecher im Mittelfeld gefordert. Dabei durchaus mit wichtigen Ballgewinnen - aber auch mit dem ersten entscheidenden Fehler des Spiels (Ballverlust gegen Benzema vor dem 1:0). In der Offensive mehrmals mit Durchbrüchen bis zur gegnerischen Grundlinie, dann aber ohne Anspielstation. Später doch wieder Rechtsverteidiger.

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Quelle: AFP

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FC Bayern in der Einzelkritik:Bastian Schweinsteiger

Bastian Schweinsteiger: Gemeinsam mit Toni Kroos verantwortlich für die Verwaltung des Ballbesitzes. Verwaltete mit Ruhe und Übersicht, leitete aber kaum zwingende Aktionen ein.

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Quelle: AFP

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FC Bayern in der Einzelkritik:Arjen Robben

Arjen Robben: Auffälligster Münchner in der Offensive, wie schon seit Wochen. Auch viel in Bewegung, dabei aber zu oft von den Kollegen allein gelassen. Holte sich den Ball bisweilen von Robben, dribbelte sehenswert - und gab dann ab auf Robben. Fleißpünktchen am Fließband, im Abschluss diesmal aber ohne Fortune.

Real Madrid v FC Bayern Muenchen - UEFA Champions League Semi Final

Quelle: Getty Images

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FC Bayern in der Einzelkritik:Toni Kroos

Toni Kroos: Gemeinsam mit Bastian Schweinsteiger verantwortlich für die Verwaltung des Ballbesitzes. Verwaltete mit Ruhe und Übersicht.

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Quelle: AFP

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FC Bayern in der Einzelkritik:Franck Ribéry

Franck Ribéry: Vor dem Anpfiff wochenlang der Malade der Nation, auch ohne Wadenprobleme. Eher ein ganzheitliches Leiden. Hat er Rang drei bei der Weltfußballerwahl nicht verwunden? Plagen ihn die Folgen einer Gesäß-OP im Winter? Oder braucht er einfach die großen Spiele? Diagnose nach 90 Minuten: Weiterhin stark mit sich selbst und seiner Formkrise beschäftigt, wenn auch auf annehmbareren Niveau als beim Liga-vorbei-Spiel kürzlich in Braunschweig. Fehlpässe wechselten sich mit bemühtem Aktionen. Auch die sonst verpönte Halbfeldflanke hat er inzwischen regelmäßig im Programm. Ausgewechselt gegen Mario Götze.

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Quelle: AFP

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FC Bayern in der Einzelkritik:Mario Mandzukic

Mario Mandzukic: Erhielt den Vorzug vor Thomas Müller, was wegen der ungewohnten Flankendichte Hand und Fuß hatte. Brachte dafür aber kaum mal einen Kopf an den Ball, was auch an Pepe lag, der in Luftduellen die Hilfe seines Königspudels in Anspruch nehmen konnte.

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Quelle: AFP

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FC Bayern in der Einzelkritik:Einwechselspieler

Javier Martínez: Kam für "R13". Als Wellenbrecher im Mittelfeld gut zu gebrauchen. Von Guardiola unterschätzt?

Mario Götze: Kam für Ribéry und belebte die Schlussoffensive. Seinen besten Schuss parierte Casillas (84.) gekonnt.

Thomas Müller: Kam für Schweinsteiger, aber als zweite Spitze. Machte es wie Götze. Sein bester Schuss strich knapp über die Latte (71.), ein Seitfallzieher gelang nicht. Und mit misslungenen Seitfallziehern wird man leider auch nicht unsterblich.

© Süddeutsche.de
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