Von Andreas Burkert

Louis van Gaal möchte sich mit Erfolg und großem Anstand vom FC Bayern trennen. Solch eine Situation hat der Trainer schon zweimal mitgemacht - einmal ging es gut aus, einmal nicht. Van Gaal geht es dabei auch um seine Ehre.

Er weiß nicht, wie die Geschichte zu Ende geht. Er weiß nur: "Es kann nach beiden Seiten ausgehen." Louis van Gaal spricht aus Erfahrung, die Situation ist nicht neu für ihn. Er ist 59 und hat schon viel erlebt im Fußball. In dieser Woche ist also in Deutschland ausgiebig darüber diskutiert worden, ob das gut gehen kann, ein Trainer auf Abruf, wie er das jetzt ist, wie es auch Armin Veh ist, der Kollege aus Hamburg, den er am Samstag im Duell mit dem HSV in der Arena trifft. Van Gaal weiß nur dies: dass er "traurig und enttäuscht" ist, seine Arbeit nicht fortführen zu können. Und dass er gleichzeitig denkt, "dass es so für beide Seiten vernünftig ist".

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Will einen versöhnlichen Abschied vom FC Bayern: Trainer Louis van Gaal. (© dapd)

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Vier Tage, nachdem die Bayern überraschend nicht die sofortige Trennung von ihrem Cheftrainer verkündeten, sondern ihm das Neun-Wochen-Vertrauen bis zum Saisonende aussprachen, redet Louis van Gaal erstmals über diese Situation, die nur die anderen sonderbar finden. Er nicht. Er habe das schon zweimal mitgemacht, erzählt er, damals bei seinem zweiten Engagement beim FC Barcelona und während seiner letzten Station in Holland, beim AZ Alkmaar. Bei Barcelona hatten sie ebenfalls dreimal am Stück verloren, wie zuletzt die Bayern, aber dann hätten sich die Spieler beim Vorstand für ihn ausgesprochen. Van Gaal blieb, er gewann drei Spiele. Doch die nächsten beiden verlor er. "Da habe ich gedacht, es ist besser, wenn ich gehe."

In Alkmaar ist es noch skurriler gewesen, denn im dritten Jahr war er bereits entlassen, wegen Tabellenplatz 13. Aber dann hätten die beiden Kapitäne die Mannschaft zusammengetrommelt und bei den Bossen rebelliert. Van Gaal blieb dann, sie "gewannen danach alles". Und wurden im Jahr darauf Meister.

Louis van Gaal trägt das alles ohne Pathos vor, für ihn sind das Fakten. Er sei eben "ein Relationscoach, das bedeutet, dass ich immer eine Verbindung habe mit jedem Spieler. Und auch jetzt will jeder Spieler etwas machen für mich, ich weiß das". Man muss dann noch ein wenig warten, bis er dann diejenigen benennt, die jetzt seiner Ansicht nach einen Fehler gemacht haben in diesem Klub, den er "liebe", wie auch dessen Fans und Heimatstadt. Denn dann ergänzt van Gaal: "Bayern München ist größer als van Gaal. Aber auch größer als der Vorstand."

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