FC Bayern in China Hoffen auf 90 Millionen verkaufte Trikots

Arjen Robben, Bastian Schweinsteiger und ihre Kollegen sollen demnächst auch in China bekannter werden.

(Foto: AP)
  • Um international bekannter zu werden, kooperiert der FC Bayern mit dem chinesischen Staatsfernsehen.
  • Der Verein sieht riesiges Potenzial - im Kampf mit den anderen Großklubs geht es um jede Sendeminute.
Von Benedikt Warmbrunn

Lionel Messi jongliert einen Federfußball, 20 Sekunden lang, lässt ihn fallen, jongliert weitere fünf Sekunden. Dann gibt er auf. Der Moderator freut sich dennoch sehr. Messi, der weltweit verehrte argentinische Fußballer, ist da, in der Sendung Total Soccer im chinesischen Staatsfernsehen CCTV. Also freut sich der Moderator über alles, was Messi macht. Auch wenn er nur unmotiviert einen Federfußball jongliert.

Fast acht Jahre ist Messis Auftritt in der Sendung her, und seitdem haben sich die Kräfteverhältnisse gewaltig verschoben. Das chinesische Fernsehen muss nicht mehr um die Fußballer der Welt werben, ein Auftritt wie der des jonglierenden Messi ist keine Ausnahme mehr. Stattdessen drängen die Vereine nach China, sie streiten sich um jede Sendeminute - und CCTV ist dort der größte Sender.

Baskischer Fußfeger

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Der FC Bayern arbeitet schwer für seine internationale Bekanntheit

Stolz hat daher gerade erst der FC Bayern München eine Mitteilung verschickt, mit dem Titel: "FCB kooperiert mit chinesischem Fernsehen". Für die Sendung Total Soccer, die jeden Montagabend zwei Stunden lang auf CCTV-Sports läuft, werde der Verein "exklusive Interviews und Filmmaterial produzieren", heißt es in der Mitteilung. Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandsboss des FC Bayern, sieht darin "eine einzigartige Möglichkeit, unsere Idole und Werte bis in die äußersten Regionen des weltgrößten Sportmarktes zu transportieren". Was selbstverständlich auch die einzigartige Möglichkeit beinhaltet, Trikots des FC Bayern bis in die äußersten Regionen Chinas zu verkaufen.

Der Klub arbeitet verstärkt daran, sich international bekannter zu machen. Im vergangenen Sommer war die Mannschaft auf einer Reise in den USA, in diesem Juli wird sie nach China fliegen und voraussichtlich in Peking und Shanghai spielen. Jörg Wacker, beim FCB Vorstand für Internationalisierung und Strategie, hat vor Kurzem in einem Interview gesagt, dass es in China mehr als 170 Millionen Fußballfans gebe, darunter "fast 90 Millionen Bayern-Sympathisanten": "Da sehen wir ein riesiges Potenzial, vor allem auch im Fanartikel-Verkauf."

Die Kooperation mit Total Soccer und dem Staatsfernsehen ist dabei nur ein weiterer Schritt. Die Vereinshomepage gibt es bereits auf Chinesisch, zudem wird laut Vorstand Jörg Wacker ein auf China ausgerichteter Online-Fanshop entwickelt.