FC Barcelona soll Spieler überwacht haben Pep und die Detektive

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(Video: Süddeutsche.de, Foto: imago sportfotodienst)

In Barcelona kursiert die Geschichte, wonach Pep Guardiola einige Spieler von Detektiven bespitzeln ließ. Er sei "besessen" gewesen von der Kontrolle seiner Profis. Besonders Abwehrspieler Gerard Piqué habe wegen seiner Liaison mit Shakira im Fokus gestanden.

Von Oliver Meiler, Barcelona

Gerard Piqué war nie ein Kind von Traurigkeit. Als der Innenverteidiger 2008 nach einer Gastzeit bei Manchester United ins heimatliche Barcelona zurückkehrte, begleitete ihn der Ruf eines leutseligen jungen Mannes, der seine Abende (und Nächte) auch schon mal mit Freude am Spaß beging. Unterwegs, in Bars.

Das sorgte beim FC Barcelona für eine gewisse Umtriebigkeit, zumal man in jener Zeit gerade schlechte Erfahrungen gemacht hatte mit feuchtfröhlichen Angestellten: mit Ronaldinho und Deco etwa, und mit dem Kameruner Samuel Eto'o. Die beiden Brasilianer mussten den Klub sofort verlassen. Bis heute hält sich das Gerücht, Pep Guardiola, der in jenem Jahr das Team als Chefcoach übernommen hatte, habe ihren Weggang auch wegen mangelnder Disziplin neben dem Platz im Hintergrund befördert. Piqué schien ihm ebenfalls gefährdet zu sein.

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Aktuell kursiert in Barcelona nun die Geschichte, wonach Guardiola einige seiner Spieler von angeheuerten Detektiven habe bespitzeln lassen, um zu prüfen, ob sie ihre körperliche Form auch nach Feierabend gebührend fit hielten. Die Online-Zeitung El Confidencial bezieht sich bei ihren Recherchen auf anonym gehaltene Leute aus dem Umfeld von Spielern und der Vereinsleitung, die sagen, Guardiola sei "besessen" gewesen von der Kontrolle seiner Profis.

Manchmal habe er am Abend vor wichtigen Spielen bei ihnen zuhause angerufen, um sicherzustellen, dass sie sich auch ausruhten für den bevorstehenden Einsatz. Die Akte Piqué wurde 2010 noch eine Spur pikanter, als dessen Liaison mit der Popsängerin Shakira begann.

Der Spieler soll die Beobachtung nach einigen Tagen bemerkt haben und berichtete davon dem Verein. Auch mit Guardiola, dem mutmaßlichen Auftraggeber, soll er darüber gesprochen haben. Der damalige Sicherheitschef des FC Barcelona, Xavier Martorell, sagte zu Piqué, er müsse sich da keinen Kopf machen, es handle sich bei den Leuten sicher um Reporter der Klatschpresse, die sich für seine neue Liebe interessierten.

Martorell, ein katalanischer Lokalpolitiker der regierenden Partei Convergència Democratica de Catalunya (CDD), ist mittlerweile Chef der regionalen Gefängnisbehörde und steht gerade mitten in einem größeren Spionageskandal. Jeden Tag berichten die spanischen Zeitungen von neuen Erkenntnissen über bespitzelte Politiker, Richter, Unternehmer.

Es ist schon so viel zusammengekommen, dass man inzwischen leicht den Eindruck gewinnen könnte, in Kataloniens Establishment bespitzle jeder jeden. In allen diesen Fällen kam dieselbe Detektivkanzlei zum Zug: Método 3, zu der Martorell enge Kontakte hatte. Die Agentur spionierte im Auftrag von Parteien andere Parteien aus, manchmal waren dieselben Detektive in mehreren zuwiderlaufenden Missionen gleichzeitig tätig.

Barça war wohl nur ein kleiner Kunde: 5000 Euro soll die Überwachung von Piqué gekostet haben. Falls die Geschichte wahr ist - was der Verein bestreitet - wirft sie kein besonders günstiges Licht auf das Spielermanagement in der Ära Pep Guardiolas, das ja im Ruch der schieren Makellosigkeit steht.

Zu Gerard Piqué, der mittlerweile 26 Jahre alt ist, gilt es noch nachzutragen, dass die Beziehung mit Shakira andauert und unlängst gar Nachwuchs bescherte: ein Junge. Und man darf annehmen, dass ihn das frische Vaterglück auch nächtens daheimhält.