Erfolg der DFB-Elf gegen Algerien Dank Schürrles Hacke ins Viertelfinale

Nach 92 Minuten endlich ein Tor: Schürrle trifft per Hacke

(Foto: Getty Images)

Die DFB-Elf gewinnt im Achtelfinale erst durch zwei Tore in der Verlängerung 2:1 gegen Algerien. Lange spielt die Mannschaft jedoch unsicher und ungenau. Nur einer verteidigt zuverlässig: Torwart Manuel Neuer. Der schwerelose Hackentreffer von Schürrle passt nicht zu diesem Abend.

Noch einmal ein Antritt, die Beine waren schwer, aber Thomas Müller dribbelte in den Strafraum hinein. Sah, dass André Schürrle vor das Tor rannte. Müller flankte, und auf einmal wirkte alles so leicht: Der Ball flog flach über den Rasen, Schürrle lief mit leichten Schritten. Und traf. Mit der linken Hacke. Ein kunstvolles, schwereloses Tor. Ein Tor, das nicht zu diesem Abend passte.

Zunächst einmal ging es an diesem Montagabend wieder um: das Wetter. In Porto Alegre im Süden Brasiliens war es windig, es war bewölkt, es regnete. Und es war deutlich kälter als an den Spielorten der Vorrunde. 14 Grad. Das Wetter wurde dann ganz schnell besonders für Bundestrainer Joachim Löw ein Thema - Innenverteidiger Mats Hummels meldete sich krank, aufgrund eines grippalen Infekts. Er drücke "aus dem Bett die Daumen", teilte er später auf Twitter mit. Statt Hummels stellte Löw Shkodran Mustafi auf, den verletzten Lukas Podolski ersetzte Mario Götze. Da im Mittelfeld erneut Bastian Schweinsteiger statt Sami Khedira spielte, vertraute Löw insgesamt sieben Spielern des FC Bayern, erstmals bei einer WM überhaupt. Ein sicheres Gerüst. Vermeintlich.

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Im windigen, bewölkten, kalten Porto Alegre traf die deutsche Nationalmannschaft im Achtelfinale auf Algerien, den Außenseiter. Vermeintlich.

Deutschland gewann 2:1 nach Verlängerung, trifft nun am Freitag (18 Uhr MESZ) in Rio de Janeiro im Viertelfinale auf Frankreich. Durch das Hackentor von Schürrle in der 92. Minute, das erinnerte an jenes des Algeriers Rabah Madjer, der 1987 im Finale des Europapokals der Pokalsieger zum 1:1 für den FC Porto traf, gegen den FC Bayern. Ein Künstlertor. Und durch einen Treffer von Mesut Özil in der 119. Minute - der bitter nötig war: Denn in der Nachspielzeit der Verlängerung erzielte Abdelmoumene Djabou noch den Anschlusstreffer für den Außenseiter.

Es war ein Tor, das für Algerien zu spät kam. Aber es war auch ein Tor, das bezeichnend war für diesen wenig glanzvollen Auftritt der deutschen Nationalmannschaft. Es war kein künstlerisch feiner, kein souveräner Auftritt. Es spielte eine deutsche Elf mit einem unsicheren Gerüst. Gegen einen Gegner, der überzeugt von sich selbst war. Und lange entsprechend mutig auftrat.

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Vahid Halilhodžić, der bosnische Nationaltrainer Algeriens, stellte seine Elf im Vergleich zum letzten Gruppenspiel, dem 1:1 gegen Russland, auf fünf Positionen um. Er wählte eine Startformation wie im ersten Spiel. Nach dem 1:2 gegen Belgien wurde Halilhodžić stark kritisiert, Algerien habe verloren, weil er das Team zu defensiv eingestellt habe, weil es nicht die Stärken in der Offensive ausspielen konnte. Gegen Deutschland funktionierte Halilhodžić' Plan. 92 Minuten lang.

Seine Spieler stellten sich nicht nur vor das eigene Tor, sie attackierten aggressiv, meist schon an der Mittellinie. Löws Spieler dagegen bewegten sich kaum, der Spielaufbau war geprägt von zahlreichen Fehlpässen, selbst der zuletzt so passsichere Toni Kroos leistete sich einige schlampige Zuspiele. Und nach jedem Fehlpass konterte Algerien. Schnell, ohne langes Ballgeschiebe, kein Aufenthalt im Mittelfeld, sofort vor das Tor. Und das ging ziemlich einfach.