Entlassung Uli Hoeneß ist kein Häftling mehr

Hoeneß im Oktober 2015 während der Grundsteinlegung für ein neues Sportzentrum mit Nachwuchsleistungszentrum.

(Foto: dpa)

Das bayerische Justizministerium bestätigt: Der ehemalige Präsident des FC Bayern ist nach der Hälfte seiner Strafe aus dem Gefängnis entlassen worden.

Uli Hoeneß ist kein Häftling mehr. Exakt nach der Hälfte seiner dreieinhalbjährigen Gefängnisstrafe wurde der 64-Jährige am Montag vorzeitig entlassen, teilte das bayerische Justizministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Einzelheiten zum genauen Zeitpunkt und zum Ort der Entlassung nannte das Ministerium nicht. Nach Angaben seines Sohnes ist Hoeneß bereits zu Hause. Florian Hoeneß sagte wartenden Journalisten am Montagmorgen vor dem Familien-Anwesen in Bad Wiessee am Tegernsee, sein Vater sei daheim. Er werde sein Haus am ersten Tag nach der Haftentlassung nicht verlassen.

Das Münchner Landgericht hatte Uli Hoeneß am 13. März 2014 wegen Steuerhinterziehung von 28,5 Millionen Euro zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Am 2. Juni 2014 trat er seine Strafe an. Bereits Anfang 2015 wurde er Freigänger. Seitdem arbeitete Hoeneß tagsüber in der Jugendabteilung des deutschen Fußball-Rekordmeisters FC Bayern, dessen Präsident er bis zu seiner Verurteilung war. Die meisten Wochenenden verbrachte er in seinem Haus in Bad Wiessee am Tegernsee.

Hoeneß kam aufgrund der selten angewandten Halbstrafenregelung bereits nach 21 Monaten frei. Üblicherweise werden Haftstrafen erst nach zwei Dritteln zur Bewährung ausgesetzt. Das Strafgesetzbuch erlaubt aber in Ausnahmefällen auch die Aussetzung der Strafe nach der Hälfte der Zeit. Warum, erklärt Heribert Prantl hier.