Dortmund verpflichtet Marco Reus Auf einem Gehaltsniveau mit Hummels und Götze

Geld allein kann die Unterschrift von Reus unter den Fünf-Jahresvertrag (bis Sommer 2017) nicht beflügelt haben. Reus soll in Dortmund knapp unter drei Millionen Euro im Jahr verdienen, zumindest wenn der BVB halbwegs in der Ligaspitze mitspielt.

Wie auf dem Basar

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Damit läge Reus in etwa auf dem Gehaltsniveau, das auch die anderen Jung-Nationalspieler des BVB wie Mats Hummels und Mario Götze bekommen. Watzke betont: "Marco hätte definitiv an anderer Stelle ganz deutlich mehr verdienen können als bei uns." Bei Bayern München hätte der Jung-Torjäger angeblich fast das Doppelte einstreichen können, allerdings mit geringeren Aussichten auf einen Stammplatz und in einem härteren Umfeld. Einen Wechsel ins Ausland hatte Reus ausgeschlossen.

Watzke hatte seit längerem darauf hingewiesen, dass sich der BVB inzwischen "auch einmal einen Transfer mit einer hohen Ablösesumme leisten" könne. Der börsennotierte Klub, der 2005 kurz vor der Insolvenz stand, dem dann aber die Sanierung gelang, hat im vergangenen Geschäftsjahr zwöf Millionen Euro Gewinn ausgewiesen, und für das laufende Geschäftsjahr "kann ich ein relativ ähnliches Ergebnis erwarten", sagt Watzke.

Die Ablöse für Reus kann Dortmund also aus "vorhandenen Rücklagen aus den letzten zwei Jahren" bestreiten. Nach dem Transfercoup wird Dortmund kommende Saison "definitiv mit Mario Götze plus Marco Reus antreten", wie Watzke frohlockte. Das Duo dürfte im Mittelfeld durch Kevin Großkreutz oder Shinji Kagawa ergänzt werden. Der BVB verfügt damit über eine der attraktivsten Mittelfeldreihen in Europa.

Ein übereifriger Jugendtrainer hatte Reus 2006 wegen "körperlicher Defizite" ins benachbarte Ahlen ziehen lassen - ebenso übrigens wie Kevin Großkreutz. Den einen konnte Michael Zorc schon vor zweieinhalb Jahren ablösefrei zum BVB zurückholen. Reus hätte zum selben Zeitpunkt eine Million Ablöse gekostet, die der BVB damals nicht ausgeben wollte.

Vor eineinhalb Jahren wäre Reus für zehn Millionen zu haben gewesen, die Dortmund zu dem Zeitpunkt aber nicht hatte. Jetzt sind es 17 (nicht 17,5 oder 18, wie oft kolportiert wurde) geworden - aber jetzt ist der BVB besser bei Kasse. Übrigens: Der Jugendtrainer arbeitet noch immer bei der Borussia.

Für Watzke hat der Transfer eine strategische Komponente. Je stärker der BVB den begehrten Jung-Nationalspielern in seinen Reihen (Götze, Hummels, Schmelzer, Sven Bender) signalisieren kann, dass man auch in Dortmund entschlossen zu weiteren Titel strebt, desto größer die Aussicht, all die Talente unter dem Trainer Jürgen Klopp im Paket zusammenhalten zu können.

Mit Mario Götze, 19, bemüht sich Dortmund um eine Vertragsverlängerung über die aktuell gültige Laufzeit bis Sommer 2014 hinaus. Und selbst Nuri Sahin, glücklos zu Real Madrid abgewanderter Spielmacher aus dem eigenen Nachwuchs, könnte bald wieder beim BVB landen. "Wir haben ihm immer gesagt: Wenn du dort nicht glücklich bist, ist die Tür bei uns für dich immer auf. Wir müssen dann sehen, wie wir eine Rückkehr organisiert bekommen", sagt Watzke.

Festtagsstimmung bei der einen Borussia, Trauer bei der anderen. Mit dem Reus-Abschied war zu rechnen, doch am Tag der Verkündung musste ein zweiter Abschied verkündet werden: Auch Stammspieler Roman Neustädter, 23, verlässt den Tabellenvierten. Der Mittelfeldspieler schließt sich im Sommer Bayer Leverkusen an.