Deutsche Nationalmannschaft So war es damals mit Ballack und Frings

Diese älteren Kollegen, namentlich der Kapitän Michael Ballack und sein stets brummiger Kompagnon Torsten Frings, fühlten sich auch dadurch gestört, dass am Tag nach den Spielen die Frauen und Freundinnen Zugang zum Mannschaftshotel erhielten, eine Sitte, die noch der Hausordnung von Löws Vorgänger Jürgen Klinsmann entsprach.

Ballack befürchtete, dass Paparazzi mittels Fluggeräten Bilder von Nationalspielern samt ihrer Frauen im Bikini am Swimmingpool schießen könnten, er hielt die familiären Zusammenkünfte für unprofessionell. Tatsächlich nahm der Boulevard nach dem 1:2 gegen Kroatien Anstoß an den entspannten Schwimmbadszenen mit den sich angeblich dort "rekelnden" Spielerfrauen.

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Der wiedererstarkte Mittelstürmer Mario Gomez war damals auch schon dabei

Diese Misstöne vermochte die Mannschaftsleitung noch wegzulächeln, spätestens aber der in aller Öffentlichkeit vorgeführte Zusammenstoß zwischen Bierhoff und Ballack nach dem verlorenen Finalspiel gegen Spanien gab zu erkennen, dass das Zusammenleben in der Schweizer Sonnenstube - so wird das Tessin genannt, wenn einem sonst kein Synonym einfallen mag - gar nicht immer so sonnig war.

Aus der sportlichen Crew von damals sind nur noch drei Männer geblieben, das Gros der Generation 2008 hat sich bereits zur Ruhe gesetzt. Podolski und Schweinsteiger bilden jetzt das Veteranenduo, das seinerzeit Ballack und Frings verkörperten. Vergleiche der beiden Paare erübrigen sich mangels charakterlicher Verwandtschaft. Der wiedererstarkte Mittelstürmer Mario Gomez, der fürs Nationalteam schon verloren zu sein schien, ist der dritte im Bunde.

Ob Schweinsteiger, 31, auch der EM-Reisetruppe angehört, ist noch nicht geklärt. Nach zwei Innenbandverletzungen am rechten Knie muss sich der Kapitän erst wieder auf die Höhe seiner Mitspieler bringen. Bei seinem Klub Manchester United hat er den Betrieb Anfang Januar einstellen müssen, von einem zwanzigminütigen Intermezzo Mitte März abgesehen. Schweinsteiger darf damit rechnen, dass ihm Löw eine Menge Geduld gewährt.

Der Bundestrainer ist überzeugt, dass der seit dem WM-Finale in den Heldenstatus erhobene Schweinsteiger (ähnlich, wenn auch auf ganz andere Weise, wie Podolski) eine wichtige Rolle für das Binnenklima hat. Über seine Telefongespräche mit der Liebsten wird sich in der Spieler-Lounge heutzutage gewiss keiner mehr aufregen.

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