Bundesliga Bayern verheddert sich im Leverkusener Dickicht

Deutliche Erregung: Pep Guardiola in Leverkusen.

(Foto: Bongarts/Getty Images)
  • Beim 0:0 in Leverkusen erleben die Bayern einen ungewohnt cleveren Gegner.
  • Am Ende muss sich Trainer Guardiola richtig ärgern.
  • Xabi Alonso fliegt vom Platz - der Punkt stellt die Münchner nur bedingt zufrieden.
Von Maik Rosner, Leverkusen

Mit den Händen in den Hosentaschen stand Pep Guardiola in seiner Coachingzone, auch noch in der Schlussphase. Äußerlich gelassen wirkte der Trainer des FC Bayern, nur selten waren diesmal seine sonst häufig wirbelnden Hände und taktischen Anweisungen zu beobachten. Vielleicht ahnte Guardiola da schon wie die 30 210 Zuschauer in der BayArena, dass das Topspiel der Bundesliga enden würde, wie es begonnen hatte.

Und als auch jener aussichtsreiche Konter der Münchner durch eine Grätsche von Ömer Toprak gegen Kingsley Coman ausgebremst worden war und kurz darauf Robert Lewandowski aus zwölf Metern am Tor vorbeischoss, mündete der Vergleich zwischen dem Tabellenfünften Bayer Leverkusen und dem Tabellenführer aus München tatsächlich torlos. Da der Tabellenzweite Borussia Dortmund zuvor beim Dritten Hertha BSC ebenfalls 0:0 gespielt hatte, bleibt es bei acht Punkten Vorsprung für den Meister.

Zumindest ein Teilerfolg für den FC Bayern nach der jüngsten Unruhe. Aber auch einer, der die Münchner wegen der gelb-roten Karte gegen Xabi Alonso durchaus verärgerte. Guardiola klatschte Schiedsrichter Knut Kircher jedenfalls höhnisch Beifall, als dieser in der 84. Minute nach einem Zweikampf Alonsos mit Javier Hernández, genannt Chicharito, ein wiederholtes Foulspiel erkannt haben wollte.

Müller zunächst nur auf der Bank

Es war ein nicht nur in dieser Szene körperbetontes Spiel gewesen, in dem Guardiola seine Münchner Mannschaft ganz ähnlich formiert hatte wie in der Vorwoche beim 2:0-Heimsieg gegen Hoffenheim. Nur eine Änderung hatte der Trainer vorgenommen, und diese betraf nicht die Abwehr, in der erneut Joshua Kimmich neben Holger Badstuber auflief und in die sich Philipp Lahm bei Leverkusener Ballbesitz zurückfallen ließ, um diese als Rechtsverteidiger von einer Dreier- zu einer Viererkette zu erweitern.

Die einzige Änderung betraf vielmehr Thomas Müller, für den Arturo Vidal beginnen durfte. Fast schon demonstrativ wurde der Mittelfeldspieler nach den jüngsten Berichten über angebliche Ausflüge im Trainingslager in Katar damit von Guardiola gestärkt. Womöglich ging es dem Trainer aber vor allem darum, dem flinken Umschaltspiel der Werkself einen rauflustigen Profi in der Zentrale entgegenzusetzen.

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Als solcher war der ehemalige Leverkusener durchaus gefordert, allerdings besonders bei eigenem Ballbesitz. Roger Schmidts Mannschaft lief die Münchner meist früh und aggressiv an und versuchte das Passspiel zu unterbinden. Das bekam nicht nur der zweikampferprobte Vidal zu spüren, sondern auch Kimmich, der schon nach einer Viertelstunde in ungefähr so viele Duelle gezwungen worden war wie zuletzt gegen Hoffenheim im gesamten Spiel.

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Ein Teilziel hatte Leverkusen damit schon einmal erreicht, und ebenso, dass das Münchner Aufbauspiel in diesem zweikampfintensiven Ringen merklich stockte. Nennenswerte Torannäherungen gab es deshalb zunächst nicht zu bestaunen. Vielmehr war es so, dass Leverkusen für lange Zeit die einzige Torchance durch Ömer Topraks Kopfball besaß, der Torwart Manuel Neuer aber nicht wirklich herausforderte.