Bundesliga Arjen Robben ermahnt den FC Bayern

Nach seinem Tor: Arjen Robben jubelt.

(Foto: REUTERS)
Von Matthias Schmid

Arjen Robben sprintete auch nach dem Spiel noch schneller als manch einer seiner Mitspieler. Nur mit einem weißen Unterhemd bekleidet rannte er zügig nach dem Schlusspfiff gegen den FSV Mainz am Samstag an Freund und Feind und auch an den Kameras vorbei in die Kabine. Der Außenstürmer des FC Bayern war genervt, genervt vom 2:2, von sich und wohl auch ein bisschen von seinen Mitspielern.

Auch als der 33-Jährige frisch geduscht, angezogen und mit einem kleinen Rucksack auf dem Rücken wieder auftauchte, hetzte er grimmig dreinblickend weiter in Richtung Ausgang, er wollte mit seinen typischen kurzen Trippelschritten nur rasch weg von hier.

Doch unmittelbar vor der Tür stoppte er abrupt ab, er verspürte dann doch den Drang, etwas loszuwerden an diesem für ihn so unbefriedigenden Nachmittag, der mit einem enttäuschenden Unentschieden des Tabellenführers gegen abstiegsbedrohte Mainzer endete. "Heute kannst du die Bundesliga entscheiden", schimpfte Robben, "du spielst für die Meisterschaft, da muss mehr kommen."

Robben ist hochmotiviert wie immer

Der Niederländer macht es sich und den anderen nicht immer einfach. Doch die bittere Niederlage der Münchner in der Champions League gegen Real Madrid hatte Robben in der Tat am schnellsten aus Kopf und Beinen bekommen. Er war gegen Mainz von Beginn an auffällig und präsent, hochmotiviert wie immer, keineswegs "lethargisch", wie Bayern-Verteidiger Mats Hummels für den Großteil seiner Mitspieler feststellte und die "Härte gegen sich selbst" vermisste.

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Robben war neben Hummels und Thiago (Torschütze zum 2:2) der einzige Münchner auf dem Rasen, der nach der verstörenden Niederlage den schwierigen Übergang zurück in den Alltag, in den Wettkampfmodus moderieren wollte. An ihm sollten sich die noch leidenden Mitspieler aufrichten, er ging voran, mit breiter Brust und viel Energie.

Er machte alles, er dribbelte, er flankte, er grätschte, er schoss, sogar alle Freistöße zirkelte er in den Strafraum - am liebsten hätte er sie selbst hinterher noch aufs Tor geköpfelt - doch selbst Robben vermag die physikalischen Gesetzmäßigkeiten mit seinem Eifer nicht auszuhebeln. Weniger wäre in manchen Szenen deshalb auch mehr gewesen. Es war aber trotzdem fast zwangsläufig, dass er es war, der die erste gelungene Kombination der Bayern am Samstagnachmittag mit dem 1:1 abschloss (16.). Dass das sein 87. Bundesligator für den FC Bayern war und er damit mit Claudio Pizzaro gleichzog (als ausländischer Spieler hat nur Giovanni Elber für München noch häufiger getroffen), hellte seine Stimmung nicht auf.