Borussia Dortmund holt erneut den Titel Zeichen für eine gefestigte Moral

Sie mussten dann aber doch gewinnen, um den Titel schon an diesem Tag sicher zu stellen, und dass ihnen das gelang, deuteten sie als Zeichen für eine gefestigte Moral. "Das war nicht einfach, wir mussten die Konzentration wieder hochfahren", sagte Sportdirektor Michael Zorc, und Torwart Roman Weidenfeller verkündete in feierlichem Ton: "Wir haben Charakter gezeigt, indem wir gesagt haben: Wir gehen jetzt raus und gewinnen unser Spiel, egal, was die Bayern gemacht haben."

Tatsächlich ließen die Dortmunder keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie ihr Spiel gegen den Tabellenvierten gewinnen würden. Mit Spitzenpositionen in der nationalen Rangliste sind Klopps Fußballer ohnehin nicht zu erschrecken. Sie hatten in jüngster Vergangenheit ja schon den Tabellenzweiten (Bayern München) und den Tabellendritten (Schalke 04) besiegt - nun war auch der Vierte (Gladbach) fällig.

In der 23. Minute gelang Ivan Perisic das Führungstor mit dem Kopf nach einer Freistoßflanke von Marcel Schmelzer, und nach Kagawas 2:0 hatten sie gute Chancen, den Sieg noch deutlicher zu gestalten. "Die Mannschaft hat eine überragende Leistung gezeigt, in der ganzen Saison aber auch heute", sagte Sportdirektor Zorc.

Nicht mitmachen konnte wegen eines Nasenbeinbruchs Kevin Großkreuz, der größte BVB-Fan in der Mannschaft des BVB. An den Festivitäten nach Schlusspfiff nahm er natürlich aber teil, entsprechend beglückt beschrieb er die Szenerie: "Wir gehören alle zusammen, die Fans, der Trainer, die Mannschaft, so einen Zusammenhalt gibt es sonst nirgends." Als einer der letzten Dortmunder verließ Großkreuz gegen 22 Uhr die Umkleideräume, in seinen Händen trug er sechs Flaschen Bier. Kapitän Sebastian Kehl sagte zur weiteren Gestaltung des Abends: "Wir gehen zum Italiener, was essen und viel, viel mehr trinken."

Das Problem der Dortmunder ist allerdings, dass die Saison noch nicht vorbei ist. Sie dürfen es mit den Festlichkeiten nicht übertreiben. Zwei Bundesliga-Spiele stehen noch an, gegen Kaiserslautern und Freiburg, außerdem am 12. Mai das Pokalfinale in Berlin gegen den FC Bayern.

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat schon einmal den Plan für die kommenden Wochen ausgegeben: "Wir lassen jetzt zwei Tage die Seele baumeln und können das ein oder andere Gläschen trinken", sprach er, "aber wir haben noch ein großes Ziel: 103 Jahre alt ist dieser grandiose Klub, und wir haben noch nie das Double geholt." Er findet, dass jetzt der richtige Moment dafür wäre.