Adidas-Deal mit FC Bayern Andere Bundesligisten kassieren nur einen Bruchteil

Andere Erstligisten, selbst solche mit klangvollen Namen, kassieren allenfalls einen Bruchteil. Puma zahlt Borussia Dortmund angeblich zehn Millionen Euro pro Jahr. Die meisten anderen bekommen deutlich weniger; in Liga zwei erhalten manche Klubs von ihren Ausrüstern nur die Textilien und bestenfalls bei sportlichen Erfolgen eine Prämie obendrauf. Die Marke seiner Fußballschuhe darf jeder Spieler übrigens frei wählen; viele Kicker haben individuelle Ausrüsterverträge.

"Die Schere zwischen armen und reichen Fußballklubs klafft auseinander wie noch nie", sagt Gerd Nufer, Direktor des Deutschen Institutes für Sportmarketing in Reutlingen. "Die großen, internationalen Vereine werden immer attraktiver und kassieren von ihren Ausrüstern und Sponsoren dementsprechend immer mehr Geld, während die kleinen Klubs es immer schwerer haben, sich zu refinanzieren." Die Zeiten in den Siebziger- und Achtzigerjahren etwa, als Adidas 14 von 18 Bundesligisten ausrüstete und der Rest in Puma auflief, sind lange vorbei.

"Schlimmer geht's nimmer"

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Um die Handvoll Top-Teams im internationalen Spitzenfußball kämpfen vor allem die beiden Branchenführer Nike und Adidas immer erbitterter. Momentan treiben die Franken die Preise gewaltig in die Höhe. Zuletzt jagten sie ihrem US-Konkurrenten nicht nur Manchester United, sondern auch Juventus Turin ab. Italiens Nummer eins kassiert ab Sommer pro Saison etwa 30 Millionen Euro von Adidas, fast doppelt so viel wie bislang Nike zahlte. Nachdem die Amerikaner Adidas im Geschäft mit Fußballprodukten immer mehr Marktanteile abgeknöpft hatten, sind solche Deals nun Teil der Gegenstrategie.

Das Wettbieten hat dadurch Ausmaße wie noch nie angenommen. Dem Wall Street Journal zufolge zahlten die Ausrüster an die 32 Mannschaften der in Kürze zu Ende gehenden Champions-League-Saison mehr als 340 Millionen Euro. Da bleibt für die anderen nicht mehr viel. Und der nächste Mega-Deal bahnt sich schon an.

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Nach der WM 2018 läuft der Ausrüstervertrag für die deutsche Nationalmannschaft aus, dem jetzigen Fußball-Weltmeister also. Adidas zahlt derzeit 28 Millionen Euro pro Jahr an den Deutschen Fußball-Bund. Dort gibt es große Begehrlichkeiten. "Der DFB erwartet ein Angebot nicht unter 50 Millionen Euro", schreibt Sportbild. Mindestens.