2. Fußball-Bundesliga Hertha demütigt Regensburg, Ingolstadt siegt

Regensburgs Julian de Guzman (li.) versuchte es gegen Herthas Peer Kluge - doch die Berliner waren beim 5:1 zu stark. 

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Großer Frust beim SSV Jahn: Durch ein 1:5 gegen Berlin taumelt der Aufsteiger weiter Richtung 3. Liga - die Hertha festigt Platz zwei. Ingolstadt gelingt ein wichtiger Erfolg in Frankfurt, zwischen St. Pauli und Cottbus fallen keine Tore. Vorne dominiert weiter Braunschweig, auch Union Berlin hat wieder Aufstiegschancen.

Ein Sieg, so lockerleicht wie im Training: Hertha BSC hat den nächsten Schritt in Richtung Bundesliga gemacht. Beim Zweitliga-Schlusslicht Jahn Regensburg gewann das Team von Trainer Jos Luhukay am Sonntag überzeugend 5:1 (0:0) und bleibt Spitzenreiter Eintracht Braunschweig damit auf den Fersen. Bei den Regensburgern fiel das Debüt des ehemaligen polnischen Nationaltrainers Franciszek Smuda an der Seitenlinie ernüchternd aus.

Stürmer Adrian Ramos per Kopfball nach einer Ecke (52.) sowie der stark aufgelegte Brasilianer Ronny per Foulelfmeter (55.) sorgten kurz nach der Pause mit einem Doppelschlag für die Führung. Der eingewechselte Sandro Wagner, wiederum Ronny (85.) und Marvin Knoll (90.) machten den 13. Saisonsieg für die Berliner perfekt (68.). Regensburgs Denis Weidlich (78.) war zwischenzeitlich Ergebniskosmetik gelungen. Vor 10.212 Zuschauern in Regensburg hatten sich die ambitionierten Herthaner in der ersten Hälfte jedoch harmlos präsentiert. Echte Torchancen blieben ebenso Mangelware wie gelungene Spielzüge.

Regensburg zeigte dagegen zunächst vor allem kämpferisch eine gute Leistung und stand in der Defensive kompakt. Nach dem Seitenwechsel legte die Hertha ihre Lethargie ab. So machten Ramos' gezielter Kopfball sowie der nervenstarke Ronny vom Elfmeterpunkt den ersten Durchgang schnell vergessen. Peer Kluge war zuvor vom Regensburger Ex-Nationalspieler Christian Rahn zu Fall gebracht worden. Am Rande der Begegnung hatte es eine Premiere im TV gegeben. Die frühere Bundesliga-Spielerin Christina Graf war die erste Frau, die ein Männer-Profifußballspiel in Deutschland live kommentierte.

Energie Cottbus musste nach einer enttäuschenden Leistung im Kampf um den Aufstieg erneut einen Dämpfer einstecken. Die Mannschaft von Trainer Rudi Bommer kam beim FC St. Pauli vor einer Rekordkulisse nicht über ein 0:0 hinaus und ist nun seit fünf Spielen ohne Sieg. Zuletzt gewannen die Lausitzer am 24. November gegen Spitzenreiter Eintracht Braunschweig (3:1). Durch das Unentschieden verlor der Traditionsklub einen Platz und ist jetzt nur noch Fünfter mit zwei Punkten Rückstand auf Rang drei. Die Kiezkicker von Trainer Michael Frontzeck dümpeln weiter auf Rang 13 im Niemandsland der Tabelle herum.

26.578 Zuschauer im Millerntor-Stadion sahen bei der Einweihung der zwölf Millionen Euro teuren Gegengerade, die 13.000 Fans Platz bietet, eine intensiv geführte Partie, der aber lange die ganz großen spielerischen Höhepunkte fehlten. Beide Defensiv-Reihen standen zunächst sicher und ließen nur eine echte Tormöglichkeit im ersten Durchgang zu. Auch nach dem Seitenwechsel behielt die Partie ihr mäßiges Niveau. Cottbus erkämpfte sich zwar ein leichtes Übergewicht, blieb aber über weite Strecken zu harmlos. Viele Fouls und zahlreiche Abspielfehler verhinderten ein gepflegtes Kombinationsspiel auf beiden Seiten.

In der Endphase warfen die Hamburger angefeuert von ihren Fans alles nach vorne. Trotz der Rekordkulisse in Hamburg war das Stadion nicht ausverkauft, weil 1.200 Tickets aus Cottbus zurückgegeben wurden und nicht mehr verkauft werden durften. Vor dem Ausbau des Stadions lag die Zuschauer-Bestmarke bei 24.487 Fans. Bei Cottbus überzeugten Kirschbaum und Marco Stiepermann, St. Pauli hatte in Sebastian Schachten und Akaki Gogia seine Besten.

Benno Möhlmann machte derweil die "1000" voll, er wurde zum alleinigen Rekordtrainer in der Historie der 2. Liga - doch der große Tag endete für ihn mit einer 0:2 Niederlage seines FSV Frankfurt gegen Ingolstadt. Trotz der Pleite bleibt der 58-Jährige mit seiner Mannschaft im Mittelfeld der Tabelle, ebenso der FCI, der nach sechs Spielen in Serie ohne Dreier durch das erste Zweitliga-Tor von Karl-Heinz Lappe (57.) und einen Treffer von Caiuby (67.) wieder mal gewann. Für Möhlmann war es trotz des tristen Spielverlaufs ein besonderer Tag. Der 58-Jährige, zuvor noch gleichauf mit Uwe Klimaschefski, saß zum 420. Mal in der 2. Liga auf der Bank. Als Trainer oder Spieler in der 1. und 2. Liga war es sein 1000. Spiel, "eine Geschichte, die nicht ganz ohne Arbeit und Können abläuft", wie er sagte.