Unvergessliche FlügeSie wollten nur nach Paris

In New York zu spät abzuheben, weil es nicht aufhört zu schneien, ist lästig. Richtig unangenehm wird es aber, wenn die Maschine in Manchester statt in Paris landet. Denn für die Besatzung von AF007 war der Flug einfach zu lang.

Beinahe-Abstürze, Flugkapitäne im Drogenrausch, randalierende Passagiere oder Mitreisende in Schlangenform - es gibt Flüge, die man so schnell nicht vergisst. Eine Auswahl.

Wer einen Flug von New York nach Paris bucht, denkt nicht an Manchester. Oder nur dann, wenn er sich am Flughafen ebendieser Stadt wiederfindet - und von der Crew erfährt, dass der Flug hier endet. Diese Überraschung erlebten Passagiere einer Air-France-Maschine am Anfang der Woche. Für manche war es, wie sie später auf Twitter schimpften, nicht das Ende, sondern der Beginn des "schlimmsten Flugerlebnisses ihres Lebens".

Schneefall hatte den pünktlichen Abflug von Flug AF007 vom John F. Kennedy Airport unmöglich gemacht. Als die Maschine endlich über dem Atlantik war, hatte sie eine Verspätung von sechs Stunden. Mit anderen Worten: Als Land in Sicht kam, war die Crew schon länger im Dienst, als die EU-Arbeitszeitregelung erlaubt. Wie die Airline mittlerweile bestätigte, wurde deshalb als Notlösung das nahe Manchester angeflogen. Air France wies darauf hin, dass diese Regelung der Sicherheit der Passagiere diene und nicht dem Komfort der Besatzung.

So weit, so gut, doch wie die britische Medien berichten, sank die Stimmung der Reisenden erst nach der Landung um 11 Uhr wirklich auf ihren Tiefpunkt. Denn sie saßen stundenlang in der Maschine fest. Ohne Essen, zwischen weinenden Kindern und völlig entnervten Sitznachbarn. Die Passagiere hätten erst gegen 18 Uhr die Maschine verlassen dürfen, so die Daily Mail. Ein Problem kommt selten allein: Der direkte Weiterflug mit einer neuen Crew war inzwischen wegen Problemen mit dem Kabinendruck beim Riesenflieger Airbus A380 unmöglich.

Das Umsteigen wiederum wurde für die Reisenden zur Odyssee - manchen mussten zwölf Stunden auf einen Alternativflug warten. Ein Dutzend britische Passagiere, für die die Zwischenlandung ein Glücksfall hätte sein können, durfte zwar nach stundenlangen Querelen direkt in Manchester auschecken - allerdings teils ohne Gepäck. Die übrigen Passagiere wurden schließlich mit anderen Maschinen nach Paris gebracht. Air France kündigte an, den Passagieren eine Entschädigung zu zahlen. Wozu sie übrigens sowieso verpflichtet wäre, auch dank EU-Recht.

Beim nächsten unvergesslichen Flug dreht sich alles um Wodka ...

Bild: dpa 25. Februar 2015, 11:022015-02-25 11:02:37 © Süddeutsche.de/dd/kaeb/ihe