Unvergessliche FlügeSchwein verliert die Nerven - und noch mehr

Die Passagiere eines Fluges in den USA wundern sich, als eine Frau mit einem großen Tier über der Schulter an Bord kommt. Bald ist ihnen klar: Die Sache stinkt.

Beinahe-Abstürze, Flugkapitäne im Drogenrausch, randalierende Passagiere oder Mitreisende in Schlangenform - es gibt Flüge, die man so schnell nicht vergisst. Eine Auswahl.

Vielleicht wäre alles anders gekommen, wenn das Schwein so klein und süß gewesen wäre wie die Ferkel im Bild. Oder zumindest so klein. Oder wenigstens stubenrein. Vielleicht war das Tier einfach überfordert, die Umgebung kannte es auch nicht und zu allem Überfluss war Frauchen ein reines Nervenbündel. Da kann schon mal was danebengehen.

Das Hängebauchschwein setzte also in seiner Aufregung einen Haufen ab, einen stinkenden. Und das im engen Gang eines Flugzeugs der US Airways. Die Passagiere trauten ihren Augen nicht, doch ihre Nasen bestätigten: Dieses Tier war wirklich ein Schwein, ein Ferkel noch dazu.

Zuvor hatten die Gäste am Bradley International Airport in Connecticut noch gerätselt, was die Frau bei dem Flug frühmorgens mit an Bord brachte: Hatte sie ein Stofftier oder einen besonders großen Hund geschultert? "Denn wo außer in einem Fellini-Film sieht man jemanden mit einem Schwein?", fragte Mitpassagier Robert Phelps den Nachrichtensender CNN (wohl rein rhetorisch).

Als die Frau ihr Hängebauchschwein absetzte, ließ auch dieses einiges fallen und hörte nicht auf zu quieken, als Frauchen die (Geruchs-)Spuren beseitigen wollte. Dass sie das arme Tier dabei als Trottel beschimpfte, machte die Sache nicht besser. Das Kabinenpersonal bat die Frau mitsamt Schwein, das Fliegen besser zu lassen - jedenfalls an diesem Tag und mit dieser Maschine.

Dass das Tier überhaupt mit an Bord durfte, ist nach US-Flugrichtlinien tatsächlich erlaubt: Die Besitzerin berief sich darauf, dass sie es dringend als "emotionale Stütze" während des Fluges benötigte. Am Ende war aber nicht nur die Frau, sondern auch das Schwein mit den Nerven am Ende - und einige andere Passagiere wohl auch. Dabei hatte das Flugzeug noch nicht einmal abgehoben.

Beim nächsten Flug ist das Flugzeug in Igarka nördlich des Polarkreises festgefroren und kann nicht auf die Startbahn geschleppt werden - doch echte Russen fliegen trotzdem!

SZ.de/kaeb/dpa

Bild: Bloomberg 1. Dezember 2014, 14:222014-12-01 14:22:46 © Süddeutsche.de/dd/kaeb/ihe