Kulturlandschaft in Battir, südlich von Jerusalem, Westjordanland

Die UN-Kulturorganisation setzte die Terrassengärten des palästinensischen Dorfes Battir gleich auf die Liste der bedrohten Welterbestätten. Die 4000 Jahre alte Kulturlandschaft aus Obst- und Gemüsegärten in Battir liegt südwestlich von Jerusalem. Unter römischer Herrschaft entstanden dort ausgeklügelte Bewässerungsanlagen. Nach den Plänen Israels soll eine Grenzmauer das Gelände entlang einer Bahnlinie durchschneiden.

Die Palästinenser hatten einen Dringlichkeitsantrag gestellt, um die durch den Bau der israelischen Grenzanlage bedrohten Gärten zu schützen. Der Bau der insgesamt 712 Kilometer langen und weitgehend fertiggestellten Sperranlagen war 2003 auf dem Höhepunkt des zweiten Palästinenseraufstands begonnen worden, bei dem es zahlreiche Selbstmordanschläge gab. Die Zäune und Mauern verlaufen allerdings zu 85 Prozent nicht auf der international anerkannten Grenze Israels von 1949, sondern auf dem Gebiet des 1967 besetzten palästinensischen Westjordanlands.

Die Palästinenser waren Ende Oktober 2011 trotz heftiger Proteste der USA und Israels als Vollmitglied in die Unesco aufgenommen worden. Im Jahr darauf feierten sie einen ersten Erfolg, als die Geburtskirche Jesu in Bethlehem als Welterbe anerkannt wurde.

Bild: AFP 23. Juni 2014, 14:412014-06-23 14:41:56 © SZ.de/AFP/dpa/kaeb/cag