Tourismus Was der Brexit für Reisende bedeutet

Die Tower Bridge in London: Jedes Jahr kommen Tausende Touristen nach Großbritannien, ein Brexit hat auch auf das Reisen Auswirkungen.

(Foto: AP)

Mit dem Abschied der Briten von der EU ändert sich einiges für Touristen. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Der Brexit kommt - Theresa May gibt den Antrag zum Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU ab. So abstrakt die Folgen politisch wie ökonomisch sein können, beim Urlaub werden die Auswirkungen konkret. Schließlich gehört die Reisefreiheit zu jenen Errungenschaften, die jeder EU-Bürger am eigenen Leib erleben kann - wenn er innerhalb der Union ins Ausland reist. Was der Brexit für den Tourismus im Einzelnen bedeuten könnte:

Ab wann würden Änderungen in Kraft treten?

Wer für die kommenden Wochen und Monate eine Reise ins Vereinigte Königreich geplant hat, muss sich auf keinerlei Einschränkungen einstellen. Nach dem Vertrag von Lissabon gilt eine Kündigungsfrist von zwei Jahren. Der Austritt der Briten würde folglich frühestens im Frühjahr 2019 vollzogen (wie der lange Prozess ablaufen könnte, lesen Sie hier).

Welchen Effekt haben Währungsschwankungen?

Der Wechselkurs hat dagegen sofortige Auswirkungen für Urlauber. Das knappe Brexit-Votum der Briten führte bereits zu einer deutlichen Abwertung des Britischen Pfunds. Reisende aus Euro-Ländern machen also derzeit günstiger im Vereinigten Königreich Urlaub als vor der Abstimmung. Allerdings sind in den vergangenen Monaten auch die Preise beispielsweise für Lebensmittel gestiegen.

Gleichzeitig wird für die Briten Urlaub im EU-Ausland teurer. Was mittel- und langfristig nicht ohne Folgen für viele Urlaubsregionen bleiben dürfte. Machen die Briten doch bislang zum Beispiel auf den Balearen, in der Toskana oder der Provence einen großen Teil der Gäste aus. Hoteliers und Reiseanbieter müssten sich auf finanzielle Einbußen vorbereiten. Sie könnten als Reaktion ihre Preise senken.

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Brauchen Reisende nach dem EU-Austritt ein Visum für Großbritannien?

Zwar gelten nach dem formellen Austritt die "Europäischen Grundfreiheiten" nicht mehr und damit auch das Recht jedes EU-Bürgers, nach Großbritannien zu reisen, dort zu leben und zu arbeiten. Dass eine allgemeine Visums-Pflicht eingeführt wird, ist trotzdem sehr unwahrscheinlich. Zu groß wären die bürokratischen Hürden, zu negativ die Auswirkungen auf den Tourismus.

Grenzkontrollen gibt es übrigens auch bislang schon, denn Großbritannien gehört nicht zum Schengen-Raum.