Österreich Sonnenkopf

Direkt neben der Arlbergschnellstraße startet die Gondelbahn zum Sonnenkopf, einem kurzweiligen Skiareal, das bis heute ohne Schneekanonen auskommt. Hier fährt man ausschließlich auf Naturschnee - und das meist bis ins Tal.

Von Silvia Schmid

Abseits der Schickeria-Szene des nahen Arlbergs fühlen sich vor allem zwei Zielgruppen wohl: Familien, die auf gemütlichen Pisten die Wintersonne genießen wollen und Tiefschneefans, die im steilen, nicht präparierten Gelände die Herausforderung suchen.

Obwohl der große, schillernde Bruder "Arlberg" nur wenige Kilometer entfernt alle Skiträume zu verwirklichen schien, wollten die Klostertaler sich vor 26 Jahren nicht mehr damit begnügen, Durchgangsstation zu sein. Ausgerüstet mit Hartnäckigkeit, Diplomatie und Schweizer Schokolade, bahnte sich der damalige Bürgermeister von Klösterle seinen Weg durch Vorzimmer, Paragraphen und Einwände. Mit dem Segen der Minister in Wien und einer guten Finanzspritze kehrte "der kleine Bürgermeister aus dem winzigen Ort vor dem Arlberg zurück und sorgte dafür, dass die "Sonnenkopfbahnen" den Tourismus im Klostertal kräftig in Schwung bringen konnten.

Bequeme Zufahrt und moderne Lifte

Das erste Plus der Klostertaler ist die Zufahrt. Direkt neben der Arlberg-Schnellstraße gelegen, erreichen selbst typische Flachland-Autofahrer dieses Skigebiet ohne Probleme. Wartezeiten an der Talstation sind selten, Ruck-Zuck geht es nach oben: Nur sechs Minuten benötigt die neue Achter-Gondelbahn um die Skifahrer von 1000 Meter auf 1.840 Meter zu befördern. Und hier ist noch lange nicht Endstation: Wer gerne gemütlich über die Pisten schwingt, findet an der Vierersesselbahn Obermuri, die bis auf 2200 Meter hinaufgeht, ideales Gelände.

Vor allem bei Tiefschnee locken jedoch die unzähligen Möglichkeiten, die von den Doppelsesselbahnen "Obermoos" und "Glattingrat" erschlossen werden. Nicht selten kleben hier oben Tourengeher die Felle auf die Ski und machen sich auf den Weg zur 2735 Meter hohen Eisentalerspitze. Wer Touren-Feeling ohne Schweißtropfen genießen möchte und sich in alpinem Gelände auskennt, kann bei guten Verhältnissen aber auch direkt von der Bergstation nach Osten abfahren und abseits des Pistenrummels Tiefschnee genießen. Empfehlenswert ist es, diese Variante mit einem Skilehrer zu wagen, der auch unten im Tal eine Fahrgelegenheit zurück zur Talstation organisieren kann.

Anspruchsvolle Routen abseits der Piste

Doch auch ohne diese extreme Variante bietet der Sonnenkopf mit minimalen Mitteln viel: Eine Achtergondelbahn, drei Sesselbahnen und vier Schlepplifte reichen, um insgesamt 39 Pistenkilometer (12 Kilometer leicht, 26 Kilometer mittelschwer, 1 Kilometer schwer) zu erschließen. Hinzu kommen die unzähligen Möglichkeiten der anspruchsvollen Skirouten abseits der Piste. Wer sich ohne Liftstop austoben will, der kann vom 2300 Meter hohen Glattingrat ohne Unterbrechung die elf Kilometer lange, mittelschwere Abfahrt zur Talstation auf 1000 Meter Höhe hinunterbrausen.

Auf ihre Kosten kommen auch die Snowboarder, die am Glattingrat einen Funpark mit allem was dazu gehört finden. Und obwohl sich die Schickeria nach wie vor lieber am noblen Arlberg amüsiert, kommt auch auf dem Sonnenkopf das Après-Ski keineswegs zu kurz, wie jeder feststellen wird, der an einem sonnigen Tag an der Terrasse des Bergrestaurants vorbeikommt.

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