Reisetipps New Yorker Sehenswürdigkeiten, die Sie sich sparen können

Besser drauf blicken als drauf stehen: Empire State Building in New York

(Foto: Chris Barbalis/Unsplash)

Warum das Empire State Building und die Freiheitsstatue den stolzen Eintrittspreis nicht wert sind. Und wo Zeit und Geld besser angelegt sind.

Von Johanna Bruckner, New York

Wer zum ersten Mal nach New York kommt, hat im besten Fall bequeme Schuhe und einen Adapter für amerikanische Steckdosen im Gepäck. Sehr wahrscheinlich aber Sehnsuchtsbilder dieser Stadt im Kopf, die wie keine andere für den American Dream steht. Hier sind die Gebäude höher, die Menschen bewegen sich schneller und der Geldbeutel ist ebenfalls schneller leer als anderswo. Die New Yorker Preise können selbst gut informierte Besucher schockieren - spätestens wenn sie im Drogeriemarkt ein Shampoo für acht Dollar erstehen müssen, weil sie ihres zu Hause vergessen haben.

Wer etwas von New York sehen will, wird um Eintrittspreise ab 20 Euro aufwärts nicht herumkommen. Damit dieses Geld zumindest sinnvoll angelegt ist: Diese fünf Sehenswürdigkeiten können Sie getrost von Ihrer Liste streichen - und Reisebudget und Zeit bei den folgenden Alternativen besser einsetzen.

Empire State Building

Ja, in der imposanten Manhattaner Skyline ist das Anfang der 1930er Jahre erbaute Empire State Building bis heute der Orientierungspunkt schlechthin. Ein Wahrzeichen der Art-déco-Architektur, 86 Stockwerke, hochgezogen in nur dreizehneinhalb Monaten Bauzeit. Das Empire State Building ist ohne Zweifel sehenswert - aber besser aus der Ferne. Denn Wartezeiten sind hier die Regel, im Außenbereich im 86. Stock drängeln sich zu fast jeder Jahres- und Tageszeit die Touristen. Das liegt vor allem daran, dass die beworbene Aussichtsplattform in Wahrheit ein rechteckiger, vergleichsweise enger Aussichtsweg ist. Der Ticketpreis für einen Erwachsenen fängt bei 37 Dollar an, wer mit dem Aufzug bis in die Spitze fahren will, zahlt noch mehr. Ganz oben ist allerdings noch weniger Platz und der Zipfel mehr Central Park, der sich aus dem 102. Stock erspähen lässt, ist den Aufpreis nicht wert.

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Ein vergleichbarer Blick bietet sich von der großzügigen Aussichtsplattform des Rockefeller Centers aus - mit dem unschlagbaren Vorteil, dass auf den Erinnerungsfotos das Empire State Building mit drauf ist. (Wer in den Abendstunden kommt und Richtung Empire State Building blickt: Die Spitze erstrahlt in unterschiedlichen Farben - was diese bedeuten, erfahren Interessierte auf der Instagram-Seite des Empire State Buildings.) Die Dachterrasse "Top of the Rock" ist im 70. Stock gelegen und damit ein bisschen niedriger als das "Rooftop" im Empire State Building. Der Zugang kostet zwar auch 36 Dollar, dafür ist der Außenbereich schöner gestaltet. Die Plattform wird nicht von einer fast mannshohen Mauer und Gitterstäben begrenzt, stattdessen geben Plexiglasscheiben den Blick auf die Stadt frei. Bei Kälte oder Regen lässt sich das Stadtpanorama vom vollverglasten Innenraum aus betrachten. Dort steht ein bequemes Sofa - bei laufintensiven Städtetrips nie verkehrt.

Während die Vorteile des Rockefeller Centers gegenüber dem Empire State Building unter New Yorkern ein offenes Geheimnis sind, scheiden sich am One World Observatory die Geister. Die einen loben den offenen Blick vom 102. Stock des One World Trade Centers aus auf das Hafenbecken. Andere würden gerne die ungewöhnliche Perspektive von Downtown aus über die Stadt genießen - wenn drumherum nur nicht so viel Show veranstaltet werden würde. Da fahren Jalousien dramatisch hoch und geben den Blick auf das Panorama frei, um sich schon Sekunden später wieder zu schließen. Teure Audioguides werden marktschreierisch feilgeboten. Dabei will man doch einfach nur gucken und gucken und gucken ...

Ein Tipp am Rande: Wer bei den vielen Wolkenkratzern vor Ort durcheinanderkommt - architektonisch erinnern die Linien des Empire State Buildings im unteren Teil an ein auf dem Rücken liegendes E. Das Dach des nahegelegenen Chrysler Buildings wiederum sieht aus, als habe jemand um 90 Grad gedrehte Cs übereinandergestapelt.

Top of the Rock, 30 Rockefeller Plaza, Eingang über die 50th Street, Eintritt pro Erwachsener ab 36 Dollar.

One World Observatory im One World Trade Center, 285 Fulton Street, Eintritt pro Erwachsener ab 34 Dollar.

Liberty Island

Eines der großartigsten Erlebnisse in New York ist die - kostenlose! - Überfahrt mit der Fähre von Manhattan nach Staten Island. Vorbei an dem Wahrzeichen New Yorks, ja der USA: der Freiheitsstatue. Eine Touristenfalle lauert allerdings noch an Land: Vor dem Whitehall Terminal, wo die Boote ablegen, versuchen verschiedene Anbieter, Urlauber zu einer - kostenpflichtigen! - Fahrt nach Liberty Island zu überreden. Ticketpreise fangen bei 18,50 Dollar für einen Erwachsenen an. Nur dafür, dass man seinen Fuß auf das kleine Eiland setzen darf, das die Lady Liberty beheimatet. Wer bis zur Krone der Freiheitsstatue steigen will, muss noch tiefer in die Tasche greifen.

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New Yorker finden Liberty Island "overpriced and helplessly crowded". Überteuert und überfüllt also - dann doch lieber auf die nächste kostenlose Fähre warten. Die Boote legen zur Rushhour im Viertelstunden-Takt ab. Für gelungene Erinnerungsfotos: Bei der Hinfahrt auf der Steuerbordseite, also in Fahrtrichtung rechts, einen Platz an der Reling suchen. Auf der Rückfahrt empfiehlt es sich, vorne am Bug zu stehen. Von dort bietet sich der beste Blick auf die Skyline von Manhattan.

Die Staten Island Ferry legt am Whitehall Terminal ab. Zum Fahrplan geht es hier.

Guggenheim Museum

Eine Kunst an sich: die Spirale des Guggenheim Museums

(Foto: dpa)

Auch hier gilt: Ein Erinnerungsfoto von außen reicht. Der spiralförmige Entwurf ganz in Weiß erinnert an ein auf dem Kopf stehendes Schneckenhaus und stammt von Stararchitekt Frank Lloyd Wright. 1959 zog das Museum ein, die Adresse ist so exklusiv wie das Gebäude: Das Guggenheim liegt auf der Upper East Side, direkt am Central Park. In der Dauerausstellung gibt es Bilder von Paul Cézanne, Wassily Kandinsky und Franz Marc zu sehen. Die Sammlung ist bei einem Eintrittspreis von 25 Dollar allerdings enttäuschend klein.