Neue Ticketpreise bei der Deutschen Bahn Wer nun draufzahlt

Teurer oder nicht teurer, das fragen sich Bahnkunden jedes Jahr Mitte Dezember vor dem Wechsel auf den Winterfahrplan.

(Foto: dpa)
  • Die Konkurrenz durch Fernbusse kostet die Bahn Passagiere. Nun verzichtet der Konzern auf Preiserhöhungen in Fernzügen - zumindest in der zweiten Klasse.
  • Auch der Servicezuschlag für den Sparpreis fällt weg.
  • Weitaus mehr Passagiere nutzen die Bahn aber im Regionalverkehr - und dort ziehen die Preise am 14. Dezember an.

Steigende Preise im Regionalverkehr

Während sich die meisten Fernreisenden darüber freuen, mit dem neuen Fahrplan mal keine höheren Preise serviert zu bekommen, müssen Regionalreisende draufzahlen: Ihre Karten kosten künftig 1,9 Prozent mehr. Das Schönes-Wochenende-Ticket, bislang 44 Euro, kostet dann abhängig von der Zahl der Mitfahrer bis zu 56 Euro. Im Nahverkehr hat die Bahn etwa 14 Mal so viele Reisende wie im Fernverkehr. Die höheren Preise gelten aber nicht in den Verkehrsverbünden, die ein gesondertes Tarifsystem haben.

Stabile Preise im Fernverkehr

Erstmals seit Jahren werden Fahrkarten in ICE, Intercity und Eurocity in diesem Winter zumindest nicht wesentlich teurer: Die Deutsche Bahn lässt die Fahrpreise in der zweiten Klasse des Fernverkehrs unverändert. In der ersten Klasse kosten Fahrkarten 2,9 Prozent mehr, dafür sind dann Sitzplatz-Reservierung und im ICE auch die Internet-Nutzung (WLAN) eingeschlossen.

Im Fernverkehr steht die Bahn unter wachsendem Druck der Fernbusse, die häufig zwar langsamer, aber meistens zu niedrigeren Fahrpreisen ans Ziel kommen.

Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg musste im Sommer zugeben, die neue Konkurrenz unterschätzt zu haben, als Anfang 2013 der Markt für Busstrecken über 50 Kilometer geöffnet wurde. Einen Preiskampf mit den Fernbussen schloss er aber aus. Dennoch wolle die Bahn "unseren treuen Kunden zeigen, dass wir schon mitbekommen haben, dass die Wettbewerbssituation eine andere ist", sagte Homburg im September bei der Vorstellung der neuen Fahrpreise in Berlin.

Bahn-Chef Rüdiger Grube hatte zuvor angekündigt, das Buchungssystem zu ändern und bestimmte Zuschläge etwa beim Sparpreis abzuschaffen - die Servicegebühr betrug hier bislang fünf Euro.

Zahlen mit Kreditkarten und Umtausch teurer

Doch trotz der Nullrunde in der zweiten Klasse kommt ein Aufschlag hinzu: Kunden, die innerdeutsche Fernverkehrsticket und Bahncards mit Kreditkarte oder dem Internet-Bezahldienst PayPal bezahlen, müssen dafür bereits seit Anfang November eine Gebühr entrichten. Diese wird ab einem Betrag von 50 Euro fällig und beträgt maximal ein Prozent des Kaufpreises oder höchstens drei Euro. Zahlungen per Lastschrift oder in bar sind davon nicht betroffen - auch nicht Kunden, die erst im Zug die Kreditkarte zücken. Mit dem Fahrplanwechsel erhöht die Bahn zudem die Gebühren für Umtausch und Erstattung von 15 auf 17,50 Euro.

Ab wann die neuen Preise gelten

Die geänderten Ticketpreise müssen mit dem Wechsel zum Winterfahrplan am 14. Dezember gezahlt werden.

"Wer hat sich den Blödsinn einfallen lassen?"

In zehn Jahren hat der Kundenbeirat bei der Deutschen Bahn den anderen Passagieren schon einiges erspart. Zum Beispiel zu enge Sitzreihen - und dass Rollstuhlfahrer zwischen Fahrrädern und Toiletten landeten. Von Daniela Kuhr mehr ...

Die Bahn-Fahrpreise waren in den vergangenen Jahren unterm Strich regelmäßig stärker gestiegen als die Teuerungsrate, was meistens mit höheren Energie- und Personalkosten begründet wurde. Schon 2013 aber erhöhte der Konzern im Fernverkehr mit einem Zuschlag von 1,3 Prozent schwächer als im Regionalverkehr, wo Fahrkarten 2,9 Prozent teurer wurden.

WLAN im Fernverkehr

Fahrgäste im ICE (aber nicht im Intercity und Eurocity) können von Dezember an in der ersten Klasse über WLAN kostenlos im Internet surfen. In der zweiten Klasse werde das kostenlose WLAN voraussichtlich 2016 eingeführt, hieß es.

Nachtzüge gestrichen

Die Deutsche Bahn hat die Nachtzüge von Hamburg, Berlin und München nach Paris aus dem Fahrplan geworfen. Auf der Strecke von Warschau und Prag über Berlin, Köln und Düsseldorf ist nun zum Fahrplanwechsel der Anschluss nach Amsterdam entfallen. Der Zug endet in Oberhausen. Die Verbindungen seien nicht mehr wirtschaftlich, erklärte die Bahn. Bereits im November wurden die Nachtzüge der Bahn von Kopenhagen nach Amsterdam, Basel und Prag gestrichen.